Kreative Produktion mit Mehrwert

Das Markenzeichen von Christoph und Julia Höfer sind ausgefallene Produktkreationen mit schwungvollen Namen. Sie überzeugen in der Entwicklung von Kuh-, Schaf- und Ziegenmilchprodukten.

Vor 13 Jahren ist Christoph Höfer mit seiner Frau Julia und ihren Söhnen Leo und Lukas von Bayern auf den Grabenbauernhof bei Sankt Urban gezogen und hat seitdem in der Kärntner Bio-Direktvermarktung seine Spuren hinterlassen. Speziell mit seinen Bio-Milchprodukten von Kuh, Schaf und Ziege ist es ihm und seinen Mitarbeitern gelungen, neue Maßstäbe im Bereich der Produktenwicklung zu setzen. „Bester Freund in kalten Zeiten“ ist ein Beispiel für die Betriebsphilosophie von Höfers Naturköstlichkeiten. Gleich vorne weg, es handelt sich bei diesem Produkt um kein unmoralisches Angebot, sondern der Name steht für eines von vielen raffinierten Bio-Fruchtjoghurts aus regionalen Zutaten: Es handelt sich um einen Bratapfeljoghurt aus der Reihe der sechs „Besten Freunde“, verfeinert mit einem hofeigenen handwerklich erzeugten Bratapfelgeschmack. Für seine ausgefallenen Kreationen verwendet Christoph verschiedenste Bio-Rohstoffe, Joghurt oder Frischkäse und veredelt diese mit Früchten, Kräutern oder auch Gemüse aus der Region. Vermarktet wird auf Wochenmärkten, (Bio)-Läden, regionalen Spar- und Adeg-Geschäften, Lagerhäusern, Bäckereien und im eigenen Onlineshop.

Region als Großraum

Für Christoph Höfer hört die Region nicht an der Kärntner Grenze auf, sondern erstreckt sich von der Wachau bis an die Ufer der slowenischen Adria. Der Biobauer steht mit den Lieferanten in Kontakt und koordiniert die Ernte- und Liefertermine der benötigten Bio-Früchte. Ein großer Teil der Fruchtzubereitungen für die verschiedenen Joghurtkreationen wird laufend aus gefrorener Ware relativ frisch eingekocht. Somit verarbeiten Christoph Höfer und sein Team vollreife Früchte, die ihr gesamtes Spektrum an frischen Aromen ausspielen können.

Das Produktsortiment umfasst weit über 20 Milchprodukte. Es hängt von der verfügbaren Erntemenge der Früchte ab, ob eine Joghurtkreation angeboten werden kann oder nicht. Um dem Drang der immerwährenden Verfügbarkeit Einhalt zu gebieten, wird das Produktsortiment in drei Kategorien eingeteilt – dunkel, hell und rot. Für die Kunden bedeutet das, dass sie nicht dauerhaft mit allen Fruchtzubereitungen rechnen können. Sie haben aber die Gewissheit, dass sie aus einer Palette dunkler, heller oder roter Produktkreationen auswählen können.

Über die Jahre ist Christoph Höfer Lieferkooperationen mit vier weiteren Bio-Betrieben eingegangen, um die wachsende Nachfrage der Konsumenten zu befriedigen. So werden am Betrieb neben der Bio-Milch der eigenen drei Grauviehkühe und der 85 Milchschafe auch die Bio-Milch von zwei Kuhmilchbetrieben und je eines Schaf- und Ziegenmilchbetriebes verarbeitet.

Für das Auge

Neben den regionalen Rohstoffen und Zutaten setzt Christoph auf plastikfreie Verpackung. „Allein der Umstand, dass ein Produkt im Glas angeboten wird, wertet es auf“, weiß Christoph Höfer aus eigner Erfahrung zu berichten. Pro Glas werden 40 Cent Pfand verrechnet, das die Kunden relativ zuverlässig wieder zurückbringen. Pro Jahr müssen rund 20 Prozent der Gläser nachbestellt werden. Der Biobauer verwendet weiße Gläser mit einer großen Öffnung und einer schönen zylindrischen Form, die leicht zu reinigen sind und um die „Schönheit“ der Produkte sichtbar zu machen. Wiederverwendbare Schraubverschlüsse wären der nächste logische Schritt in Richtung Wiederverwendbarkeit. Leider scheitert es noch an den hygienischen Anforderungen.

Höfers Köstlichkeiten sind das beste Beispiel dafür, dass der Markt für regionale Bio-Produkte nicht gesättigt ist. Die Nachfrage nach ehrlichen handwerklich hergestellten Bio-Lebensmitteln ist ungebrochen und bietet noch ein breites Betätigungsfeld für ambitionierte Ein- und Umsteiger. Der Preis der Produkte liegt trotz der aufwändigen Herstellung nicht über anderen vergleichbaren handwerklich erzeugten Produkten.
„Wer sich von der Masse unterscheiden möchte, bringt das sicherlich mit den gewöhnlichen Fruchtzubereitungen der wenigen Bio-Anbieter nicht zusammen“, ist Christoph überzeugt.

Autor: Stefan Kopeinig, BIO AUSTRIA Kärnten

Christoph und Julia Höfer, St. Urban, Kärnten
19 ha Grünland (Mähweiden, Hutweiden und Streuobst)
85 Milchschafe, 12 Mastschweine, 3 Kühe
Höfer verarbeitet Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch von vier weiteren Partnerbetrieben
Christoph und Julia Höfer werden von 12 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen (sieben Vollarbeitskräfte) am Hof, in der Verarbeitung und beim Verkauf unterstützt. Die Produkte sind auf vier Wochenmärkten und in zwölf Wiederverkaufsstellen erhältlich.
www.naturkoestlichkeiten.at/