Vollerwerb mit guter Leistung

©Lindbichler
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Gute Milchleistungen und gute Zuchttiere sind die wirtschaftliche Grundlage für Elisabeth und Hubert Lindbichler aus Roßleithen.
Auf dem Bio-Betrieb von Familie Lindbichler im südlichen Oberösterreich werden 110 Saanenziegen gehalten. Der Betrieb wird im Vollerwerb geführt, die Bio-Ziegenmilch wird an die Andechser Molkerei in Bayern geliefert. Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei 931 kg, der Fettgehalt bei 3,34 %, der Eiweißgehalt bei 3,24 %, damit ist der Betrieb im Arbeitskreis Ziegenmilchproduktion bei den 25 % mit guter Leistung der ausgewerteten Arbeitskreisbetriebe.

Was gefüttert wird

Die Tiere erhalten das ganze Jahr trockenes Grundfutter, vorzugsweise Grummet, Silage und durchschnittlich 0,8 kg Kraftfutter pro Tag. Dieses wird als pelletiertes Fertigfutter zugekauft, je nach Laktationsphase mit 15 bis 17 % Rohprotein. Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine sind bereits im Fertigfutter enthalten. Insgesamt werden jährlich etwa 27 t Kraftfutter für die Milchziegen und die Kitzaufzucht benötigt.

Die Standweide mit einer Größe von 1,5 ha steht den Ziegen von Anfang April bis November frei zur Verfügung, dient aber eher der Gesundheit als der Fütterung. Auch weil sich die Ziegen dann in der fortgeschrittenen Vegetationszeit nur mehr selektiv die besten Kräuter heraussuchen. Hubert Lindbichler ist es wichtig, dass sich die Jungtiere möglichst früh mit 2 bis 4 Monaten an den Auslauf gewöhnen.
Bei der Heuwerbung und Silage achtet er auf beste Qualität. So wird grundsätzlich nur ab einer Aufwuchshöhe von über 7 cm gemäht, um Verschmutzungen zu vermeiden. Das Heu wird möglichst nach zwei Tagen eingebracht, damit noch genug Blattmasse vorhanden ist. Zusätzlich zu den Tränken wird im Stall und am Weg vom Auslauf auf die Weide in einem Trog frisches Wasser angeboten.

Die Ziegen lammen im Februar ab, werden im September wieder belegt und bis Dezember gemolken. Die Zwischenkitzzeit beträgt 412 Tage, der österreichische Durchschnitt liegt bei 453 Tagen. 15 bis 20 % der Jungtiere werden zur Bestandesergänzung verwendet, die restlichen weiblichen Kitze werden über den Landesverband für Ziegenzucht und die zur Zucht geeigneten männlichen Tiere bei Versteigerungen verkauft. Die übrigen männlichen Kitze werden als Kitzfleisch an Privatkunden direkt vermarktet.


Wissen:

Elisabeth und Hubert Lindbichler, Roßleithen, Oberösterreich
110 Saanenziegen
15 ha eigenes Grünland, 6 ha Pachtfläche
Produktion von Bio-Ziegenmilch, Lieferung an Andechser Molkerei
Verkauf von Zuchttieren