Futterzwischenfrüchte – Weichen stellen – Grundfutter absichern!
Aufgrund der Frühjahrstrockenheit kam es regional beim ersten Schnitt zu erheblichen Ertragseinbußen. Eine Möglichkeit die Futtervorräte etwas aufzubessern ist der Anbau von Zwischenfrüchten die als Futterzwischenfrüchte genutzt werden.
Neben den ÖPUL-Vorgaben zum Zwischenfruchtanbau sind zusätzlich ein einige Dinge zu beachten, die schlussendlich über die Futterqualität entscheiden.
Nicht vergessen:
Saatgutansuchen beim Einsatz von konventionell unbehandeltem Saatgut(-Mischung) vor dem Kauf bei der Kontrollstelle stellen!
Pflanzen und Mischungen
Beim Anbau von Zwischenfrüchten die auch als Futter genutzt werden wollen, ist vor allem auf die Eignung der Komponenten in Bezug auf die Wiederkäuerfütterung zu achten. Einige gängige Zwischenfruchtkomponenten eignen sich nicht zur Fütterung.
Eine weitere Entscheidung ist, ob die Mischung abfrostend oder winterhart sein soll, um eine weitere Nutzung im Frühjahr (z.B.: vor Anbau einer Sommerung) zu ermöglichen. Zusätzlich muss auf einen raschen Aufgang geachtet werden.
Je nach Zusammensetzung der Mischung kann man davon ausgehen, dass der Bestand 8 bis 10 Wochen Vegetationszeit für eine gute Entwicklung benötigt.
Nach den Vorgaben des Zwischenfruchtbaus sind mit Ausnahme der Variante 6 immer Mischungen mit der jeweiligen Vorgabe zu Mischungspartner und Pflanzenfamilie anzulegen.
In vielen Fällen setzen sich die Mischungen aus Gräsern und kleinkörnigen Leguminosen zusammen.
Abfrostende Komponenten mit guter Futtereignung:
- Alexandrinerklee,
- Futtererbse,
- Hirse,
- Krumenklee,
- Perserklee,
- Platterbse,
- Sandhafer,
- Sareptasenf,
- Sommerraps,
- Sommerwicke,
- Sudangras und
- Westerwoldisches Raygras. (als Box)
Winterharte Komponenten mit guter Futtereignung:
- Englisches Raygras,
- Esparsette,
- Gelbklee,
- Glatthafer,
- Grünschnittroggen,
- Hornklee,
- Inkarnatklee,
- Italienisches Raygras,
- Bastardraygras,
- Luzerne,
- Markstammkohl,
- Rotklee,
- Schwedenklee,
- Weißklee,
- Wiesenschwingel,
- Winterraps,
- Winterrübsen,
- Winterwicke,
- Wundklee (als Box)
Alle weiteren Details wie Saatmenge und Saatzeit sind in der Begrünungsliste zu finden:
Begrünungsrechner 2026 | Landwirtschaftskammer Oberösterreich
Die Frage der Verwendung

Unabhängig, ob die Mischung selbst gemischt oder eine Fertigmischung verwendet wird, ist auf die jeweilige Art der Verwendung zu achten. Sehr wasserreiche Arten (z.B.: Futterraps) sind eher als Grünfutter bzw. zur Frischfütterung geeignet.
Wird eine Silierung angestrebt muss auf eine gute Siliereignung Rücksicht genommen werden. Vor allem Gräser (z.B.: Raygräser) sind aufgrund des höheren Zuckergehalts besser geeignet. Zusätzlich muss bedacht werden, dass sich Gräser leichter auf den gewünschten Trockensubstanzgehalt (30 – 40%) anwelken lassen und Kräuter mehr Puffersubstanzen enthalten die einen guten Silierverlauf (rasche pH-Wert Absenkung im Erntegut) einschränken können. Vor allem im Herbst kann das Anwelken bei feuchter/kühler Witterung zur Herausforderung werden.
Als winterharte Mischung haben sich vor allem Leguminosen-Gräser-Mischungen bewährt. Rotkleegrasmischungen mit schnellwüchsigen intensiven Grasarten und auch Landsberger Gemenge sind gängig. Bei zeitigem Anbau und entsprechend Wasser liefern sie bis in den Herbst noch zufriedenstellende Erträge und kann auch meist im Folgejahr als Hauptkultur genutzt werden. Eine Nutzung vor dem Maisanbau kann je nach Entwicklung auch erfolgen.
Diese Mischungen nach österreichischen Mischungsrahmen entsprechen meist den Vorgaben der Begrünungsvarianten 3, 4 und 5, sowie der Maßnahme „System Immergrün“ (3 Mischungspartner aus 2 Pflanzenfamilien). Eine Kontrolle der jeweiligen Mischungszusammensetzung durch den Betrieb ist unbedingt anzuraten, damit keine Abweichungen zu den Fördervoraussetzungen geschehen.
Eine in Versuchen erprobte, abfrostende Mischung besteht aus 20 kg Sandhafer, 10 kg Alexandrinerklee, 5 kg Krumenklee und 3 kg Winterrübsen. Rübsen sind winterhart, aber im Frühjahr mechanisch leicht zu beseitigen. Es gibt auch spezielle einsömmrige Kleegras-Mischungen mit abfrostenden Komponenten. Vor allem bei abfrostenden Mischungen, wo keine Nutzung im Frühjahr angestrebt wird, ist der zeitige Anbau noch wichtig.
Anlage von Futterzwischenfrüchten
Wie bei allen Zwischenfrüchten sollte die Anlage möglichst früh und zügig erfolgen. So kann die Vegetationsdauer und der vorhandene Wasservorrat im Boden optimal genutzt werden. Früh räumende Vorfrüchte (z.B.: Wintergerste) sind besonders geeignete.
Bei einer nachfolgenden Stoppelbearbeitung oder zur Bekämpfung von Beikräutern und Ausfallgetreide sollte möglichst wassersparend gearbeitet werden. Flache, ganzflächige Bearbeitung (z.B.: Grubber mit Gänsefußschare, Fräse) ist wasserschonender als eine Bearbeitung mit dem Pflug. Der Pflugeinsatz hat in versuchen einen sichereren Aufgang und einen geringeren Unkrautdruck gezeigt.
Ein sehr wesentlicher Arbeitsschritt ist das Anwalzen. Es wird der Bodenschluss verbessert und die Fläche eingeebnet. Auch im Sinne der Futterhygiene und dem Verringern von Schmutz- und Erdeintrag muss unbedingt langsam gewalzt werden (= höherer Kontaktkflächendruck). Eine Fahrgeschwindigkeit von 4 bis 6 km/h ist dabei sinnvoll. Unter trockenen Bedingungen sollte auch die Bodenbearbeitung langsam (max. 9 km/h) erfolgen. Generell ist auf eine gute Befahrbarkeit und Bearbeitbarkeit zu achten.
Düngung
Aufgrund der Ähnlichkeit zum Feldfutter sind Futterzwischenfruchte eine gute Verwertung für Wirtschaftsdünger im Herbst. Bei der Düngung sind die Vorgaben der NAPV und Sachgerechten Düngung (SGD) einzuhalten. Bei einer Teilnahme am ÖPUL – Vorbeugenden Grundwasserschutz-Acker (GWA) sind die Vorgaben zu Düngung und Stickstoff-Saldierung zu beachten.
Es sind bei der Herbstdüngung mit leicht löslichen Düngemitteln (Gülle, Jauche) maximal 60 kg Stickstoff ab Lager und 40 kg Stickstoff jahreswirksam im Herbst bis zum Beginn des Verbotszeitraums erlaubt.
Reinigungsschnitt
Ein Reinigungsschnitt kann sinnvoll sein. Vor allem aus Sicht der Beikrautregulierung. Bei starkem Aufwuchs sollte das Material abtransportiert werden. Dadurch kann die Futterqualität verbessert, Beikräuter reduziert und Futterverschmutzungen verringert werden.
ÖPUL – Vorgaben bei Futterzwischenfrüchten
Bei Zwischenfrüchten sind im Rahmen des ÖPUL die jeweiligen Vorgaben der Maßnahmen zu beachten. Für „System Immergrün“ und „Begrünung von Ackerflächen“ ist die Begrünung aktiv anzulegen und die vorgegebenen Zeiträume sind einzuhalten. Dabei sind Anforderungen an Mischungspartner sowie mögliche Befahrungsverbote zu berücksichtigen.
Die Nutzung durch Mahd und Abtransport sowie Beweidung ist zulässig. Ein Drusch ist nicht erlaubt und nach der Nutzung muss eine flächige Begrünung erhalten bleiben.
Begrünung von Ackerflächen im ÖPUL | Landwirtschaftskammer Oberösterreich
Umbruch im Frühjahr
Bei winterharten Gräsern entwickelt sich ein intensives Wurzelsystem, das den Umbruch im Frühjahr erschwert. Eine Fräse kann dazu sehr effizient eingesetzt werden, wenn auf einen Pflugeinsatz verzichtet werden soll und die Bodenfeuchte es hergibt. Eine Arbeitstiefe von maximal 4 cm ist dabei sinnvoll, um eine flächige Bekämpfung zu erreichen. Für eine entsprechende Beseitigung von Gräsern sind oft mehrere Bearbeitungsgänge notwendig.
Einsatz in der Fütterung:
Im Bezug auf die Fütterung von Zwischenfrüchten, insbesondere bei Arten mit sehr hohem Wassergehalt (Futterraps u.ä.) muss auf die jeweilige Eignung als Futtermittel geachtet und besonderes Augenmerk auf die Tiergesundheit gelegt werden. Vor allem solche Arten dürfen nur zu einem gewissen Anteil in die Ration aufgenommen werden.
Zusätzlich ist es aus Sicht des Fütterungsmanagements empfehlenswert eine entsprechende Futtermittelanalyse durchzuführen.
Es ist zu empfehlen, bei der Integration von Zwischenfrüchten in die Ration sich an die Fütterungsberatung der LK Oberösterreich zu wenden.
Bei Fragen wenden Sie sich an
Bei Fragen wenden Sie sich an unser BIO AUSTRIA Berater:innen
Links
- Begrünungsrechner 2026 | Landwirtschaftskammer Oberösterreich
- 20_Zwischenfrucht Praxisversuch_K_AV_Nußbach_4542_Kirchdorf an der Krems_EJ.pdf
- Biosaatgut-Datenbank – AGES
Quelle
- LK OÖ Versuchsberichte
- LK OÖ Begrünungsliste
- AMA – Merkblätter
Autor: Bernhard Ottensamer, BWSB