Massive Dürreschäden in der Steiermark – wir suchen Bio-Grundfutter!
Speziell in der Obersteiermark haben wir in den Berg-Grünlandregionen seit August 2025 ein Niederschlagsdefizit von rund 50%. Für das Dauergrünland war der schneearme Winter der bedeutendste Faktor. Die extreme Trockenheit im April verursachte einen stark verzögerten und teilweise notreifen ersten Schnitt der Dauerwiesen, Weiden sind oftmals fast gänzlich vertrocknet.
Gute tiefgründige Böden in Tallage, sowie wasserführende, schattige Lagen liegen bei rund minus 20-30%. Leichte, seichtgründige Böden, Südwesthänge haben ein Minus von 60 bis 80% zu verzeichnen, so die Einschätzung unserer Expert:innen.
1. Bio-Grundfuttervermittlung von BIO AUSTRIA Steiermark
DI Ernst Heuberger, M 0676 842214416 bzw. zur einfacheren Datenübermittlung
Da es in einigen Regionen der Steiermark und auch in angrenzenden Bundesländern ein gewisses Angebot an Bio-Grundfutter gibt, versuchen wir dieses zu vermitteln. Gleichzeitig wird auch darum gebeten, verfügbare Angebote schnellstmöglich bei Ernst Heuberger zu melden.
Nachgefragt sind vor allem Bio-Grassilage möglichst guter Qualitäten für die Milchviehfütterung und natürlich Bio-Heu sowie auch Bio-Silomais lose oder in Ballen.
Betriebe mit Ackerbau sind aufgerufen, gegebenenfalls auch Silomais oder Feldfutter (Kleegras, Luzerne, Wechselwiese etc.) an Rinderbetriebe zu verkaufen und Ware an die Plattform zu melden.
2. Kooperationen in der Vermittlung
Börse der Mitgliederzeitung von BIO AUSTRIA Steiermark & BIO AUSTRIA Bio-Börse
Nutzen Sie für den Verkauf und Kauf von Bio-Grundfutter die Börse der Mitgliederzeitung von BIO AUSTRIA Steiermark (Inserate: Sabine Wieser: Tel. 0316/8050-7155, ) und die Vermittlungsplattform von BIO AUSTRIA: www.bioboerse.at
Gerne können Sie auch die BIO AUSTRIA Steiermark WhatsApp-Community in den Untergruppen (z.B. Rinder, Schafe) für die Vermittlung von Futter nutzen.
Konkrete Kooperationen gibt es für den Murauer und Neumarkter Raum
- Landforst in Neumarkt, Andreas Petz: 03584/3369750
- Maschinenring Teufenbach: Nummer folgt
- Maschinenring Aichfeld-Leoben (Murtal, Leoben): Tel. 05/906066070
Aktuell werden z.B. 10 LKW-Züge Heu, 15 Züge Grassilage und 1 Zug Maissilage von obersteirischen Betrieben konkret nachgefragt.
Futtermittelhandel Markus Buchegger, Gmunden, OÖ
Erfahrener Futter-Vermittler seit 2007(www.bioheu.at)
Liefert Bio-Grundfutter auch in die Steiermark (voraussichtlich ab Oktober), ist bio-zertifiziert und ist auch gelisteter ZZU-Partner. Bedarfsmeldung an möglich. Einzelbetriebliche Absprache betreffend Produkt, Logistik und Lieferzeitpunkt.
Futterbörse auf Landwirt.com
www.landwirt.com
Bio-Futtermittel sind meist als solche gekennzeichnet.
3. Ansuchen an die Lebensmittelbehörde
Wenn kein Bio-Futter mehr beschaffbar ist, sind als letzte Möglichkeit vorerst einzelbetriebliche, schriftliche Ansuchen formlos an die Lebensmittelbehörde möglich, um eine befristete Genehmigung für den Zukauf von konventionellem Grundfutter (Heu, Grassilage) zu bekommen. Anträge müssen das Anliegen inkl. Begründung unter Vorlage von Nachweisen zum Ausdruck bringen.
Kontakt:
Die Behörde wird einschätzen, ob es sich um einen Katastrophenfall aufgrund extremer Dürre handelt.
Projektrichtlinien berücksichtigen
Die Projektrichtlinien der großen Abnehmer wie ZZU und Ja!Natürlich sind auf jeden Fall vorrangig einzuhalten. Hier laufen gerade unsere Verhandlungen. Aktuell werden hier keine Freigaben für den Zukauf von konventionellem Grundfutter gemacht.
Bei Fragen stehen unsere Bio-Berater:innen gerne zur Verfügung.
Bio-Beratungstelefon: +43 676 842214407
Vermehrte Trockenphasen – Anpassungsstrategien für die Grünlandwirtschaft
Unter Berücksichtigung von Untersuchungen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein – Forschung für die Praxis; Walter Starz – Bio-Institut
Grünlandpflanzen – vor allem gute Wirtschaftsgräser – sind wasserbedürftig.
Ausreichende und regelmäßige Niederschläge in der Vegetationsperiode sind für optimales Graswachstum notwendig. Für die Bildung von 1 kg TM werden ca. 600 l Wasser (täglich 2-3 l/m²). Bei Trockenheit wird das Wachstum sofort eingestellt, Gräser wachsen bei eintretenden Niederschlägen aber wieder weiter.
Wurzelwachstum von Gräsern
Je länger ein Aufwuchs Zeit hat, sich zu entwickeln, umso mehr investiert die Pflanze in die Bildung von tiefreichenden Wurzeln. Intensivere Nutzung (Vielschnittwiese, Kurzrasenweide) bewirkt ein seichteres Wurzelsystem. Hochwachsende Horstgräser können grundsätzlich ein tieferreichendes Wurzelsystem ausbilden. Beschatteter Boden ist kühler und somit ist die Verdunstung von Bodenwasser geringer.
Nach der Trockenphase
Wenn noch genügend wertvolle Grasarten vorhanden sind, wächst der Bestand bei eintretendem Regen oft rasch und kräftig an. Direkt nach Trockenphasen ist deshalb oft nicht der beste Zeitpunkt für eine Nachsaat (Konkurrenz der Altnarbe). Betragen die Bestandeslücken jedoch mehr als 50%, kann direkt nachgesät werden. Bewährt hat sich in den vergangenen Jahren eine Nachsaat im Spätsommer (August bis Mitte September): Nächte werden länger, kühler, es gibt Taubildung, weniger Konkurrenz durch Altnarbe. Bei genereller Neigung zur Trockenheit ist eine seichte Ablage des Saatgutes (bis 0,5 mm) günstig. Bio-Regelungen für Saatgutzukauf beachten!
Standortangepasste Düngung im Rahmen der abgestuften Nutzung unterstützt langfristig die Regenerationsfähigkeit der Grünland-Bestände.
Bewirtschaftung trockenheitsgefährdeter Standorte

Zu tiefes Mähen (unter 8 cm) vermeiden – Beschattung kühlt den Boden. Vielfältige Bestände aufbauen (krisenstabiler). Knaulgras, Wiesenlieschgras, Glatthafer wären gute Gräser für generell zur Trockenheit neigende Standorte, weil sie ein gutes, relativ tief reichendes Wurzelsystem ausbilden. Rotklee bildet eine Pfahlwurzel aus, erträgt Trockenheit gut, muss aber regelmäßig nachgesät werden, gute Kalkversorgung ist wichtig (pH-Wert um 6).
Weidesystem anpassen
Klassische, intensive Kurzrasenweide durch „Gekoppelte Kurzrasenweide“ ersetzen: Höhe des Pflanzenbestandes 7-8 cm statt 6 cm und Zwischenkoppelung der Weidefläche (4-8 Koppeln für 2-3 Tage bestoßen, Ruhezeit 7-14 Tage).
Oder im Frühjahr mit Kurzrasenweide starten – im Sommer Koppelweidesystem – im Herbst wieder Kurzrasenweide.
Oder je nach Standort gleich auf Koppelweide umstellen, da Ruhezeiten für Wurzelbildung und Regeneration besser eingehalten werden.
Nicht die Maximierung der Nutzung sichert künftig die Erträge im Grünland, sondern ein vielfältiger, anpassungsfähiger Bestand.
Kontakt
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DI Ernst Heuberger
BIO AUSTRIA Steiermark, Landwirtschaft
Vermittlungstätigkeit, Bio Ernte Steiermark GmbH -
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Ing. Martin Gosch
Bio Zentrum Steiermark, Landwirtschaft
Beratung, Grünland, Rinder, Schafe, Ziegen; Süd-, West-, Ost-Steiermark