Aus der Praxis – Biobauern fördern Bienen

Foto: © FiBL, P.Meindl
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Ob Blühstreifen oder Bienenweide – das sind nur zwei Beispiele wie Landwirte zum Schutz der Biene aktiv werden können.

Neben Honigbienen sind die fast 700 Wildbienenarten wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Ohne Bienen gibt es keine artenreichen Pflanzengesellschaften und in der Landwirtschaft würden in vielen Kulturen die Erträge sinken. Etwa 80 Prozent der weltweit wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturpflanzen benötigen eine Bestäubung durch Bienen.

Auch Biobauern sollten zur Förderung dieser nützlichen Insekten ihren Beitrag leisten. Zum Überleben brauchen diese Insekten vor allem ein abwechslungsreiches Blütenangebot, das leider in unserer Kulturlandschaft immer seltener zu finden ist. Blühstreifen oder blühende Hecken, aber auch Streuobstwiesen sind sehr gut zur Förderung von Bienen geeignet.

Wertvolle Blühstreifen

Im Rahmen eines Bildungsprojekts des LFI veranstaltet das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Exkursionen zu Blühstreifen-Modellbetrieben. Dabei können interessierte Landwirte etwas über den ökologischen Hintergrund und die Bedeutung von Blühflächen erfahren. Auf diesen Exkursionen sind verschiedene Blühmischungen zu besichtigen und es gibt Praxistipps für die Anlage und Pflege dieser Flächen.

Bienenweiden anlegen

Auf Initiative der Jägerschaft wurde gemeinsam mit der Ortsbauernschaft und dem Imkerverein in Sipbachzell in Oberösterreich mit dem Anlegen von Bienenweiden eine vorbildliche Aktion gestartet. Die Kosten für Saatgut und Anbau für 2000 Quadratmeter pro landwirtschaftlichen Betrieb werden gemeinsam übernommen. Insgesamt wurden damit auf 21 Betrieben über vier Hektar Bienenweiden angebaut. Die anschließende Betreuung obliegt dem Landwirt selbst, die angelegte Bienenweide muss mindestens drei Jahre gepflegt werden.

Geeignete Mischungen finden

Als eine Herausforderung stellte sich die standortangepasste Saatgutmischung heraus. Nicht jeder Standort ist für die im Handel erhältlichen Blühmischungen geeignet. Trockene sonnige Flächen benötigen ganz andere Mischungen als nasse, schattige. Auch auf die Bodenbeschaffenheit sollte in Zukunft noch mehr Rücksicht genommen werden. Es ist zu überlegen, sich von Saatguthändlern eigene Mischungsvarianten erstellen zu lassen.

Eine nicht zu unterschätzende Problematik kann die Verunkrautung speziell im dritten Jahr der Blühfläche darstellen. Vorversuche haben gezeigt, dass Mischungen mit einem zu hohen Anteil an einjährigen Pflanzen den größten Bestand an Ampfer und Co verursachen.

Mit dieser Anbauaktion wurde ein wertvoller Beitrag für die Biodiversität auf unseren Feldern geleistet. Zusätzlich wurden wertvolle Kleinbiotope und Äsungsflächen für das Wild geschaffen und die Bienen als auch andere Nützlinge finden Flächen vor, die keinen Pflanzenschutzmaßnahmen ausgesetzt und wertvolle Pollen- und Nektarquellen sind.

Dr. Peter Meindl, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Blühstreifen)

Karl Neubauer, Biobauer und Imker in Sippachzell, Oberösterreich (Bienenweiden)

Informationen zu Exkursionsterminen und -orten aus dem Projekt „Blühstreifen“ erhalten sie von

 

Der Natur etwas zurückgeben

Auf fünf bis zehn Prozent seiner Flächen legt Josef Jugovits aus Schachendorf im Burgenland Blühflächen an; auf allen Flächen, die nicht optimal zu nutzen sind, wie zum Beispiel dem Vorgewende und beim Kürbis auch innerhalb der Kultur und an den Rändern, dort wo er nur mehr mit der Hand hacken könnte. „Ich will der Natur etwas zurückgeben“, so die grundsätzliche Einstellung des Biobauern. Beim Kürbis wird es immer mehr wirtschaftliche Notwendigkeit, er hat schon mit Hummeln experimentiert, mit mäßigem Erfolg; wichtiger ist es, den bestäubenden Insekten, vor allem den Wildbienen, Nahrung zu geben. „Die Investitionen dafür bekomme ich mit einem höheren Ertrag zurück“, betont Josef Jugovits. Ebenso stellen die Blühstreifen am Rand der Gemüseflächen ein optimales Nützlings- und Schädlingsgleichgewicht her.

Als Blühmischung wurde der „Bienenkorb“ der Saatbau Linz eingesät. Die Komponenten wie Ölrettich, Malve, Dille, Buchweizen, Dille, Ringelblume, Inkarnatklee usw. garantieren von April bis Herbst ein reiches Nahrungsangebot. Die mehrjährigen Blühmischungen werden vor dem Winter gemäht und als Abdeckung für den Komposthaufen verwendet. In Zukunft möchte Josef Jugovits diese aber schon ein Jahr vor dem Kürbis anlegen, um die Überwinterung der Insekten besser zu unterstützen.

Wichtig ist das richtige Anlegen der Blühstreifen: Auf feinkörniger Erde wird auf einer wasserführenden Schicht ausgesät. Der richtige Zeitpunkt dafür ist maßgeblich. Die Sämaschine wird auf einen halben Zentimeter eingestellt, dann wird mit der Profilwalze rückverfestigt.

Die Tonummantelung des Saatgutes wirkt als Feuchtigkeitsspeicher. Wenn die Blühmischung gut aufgeht, gibt es keine Probleme mit Melde oder anderen Unkräutern.

Josef Jugovits empfiehlt auch die Bio Austria Schautafeln auf diesen Flächen aufzustellen. Das fördert die Bewusstseinsbildung und ist Werbung für den Bio-Landbau und den Betrieb.