Bio Austria: Beliebtheit von Bio-Lebensmitteln trotz allgemeinen Teuerungen ungebrochen

Good News am EU-Bio-Tag: Bio-Umsatz im Lebensmittelhandel im Halbjahr 2022 über dem Vorjahr – Bio-Gesamtumsatz 2021 knackt 2,5 Milliarden Euro-Grenze

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Punktgenau zum EU-Bio-Tag präsentierten Bio Austria und AMA Marketing am 23. September in einer gemeinsamen Pressekonferenz die aktuellen Bio-Marktzahlen. Die Auswertung des Bio-Gesamtmarkts 2021 (Lebensmittelhandel, Fachhandel und Direktvertrieb, Gastronomie) ergab einen neuen Rekord-Umsatz von 2 Milliarden 525 Millionen Euro (2.525 Mio. Euro). Und auch die Bio-Umsatzzahlen im Lebensmittelhandel (LEH) für das laufende Jahr 2022 zeigen weiterhin einen Aufwärtstrend. Der wertmäßige Bio-Anteil des Gesamtumsatzes im LEH lag im ersten Halbjahr 2022 bei 12 Prozent – und damit sogar über dem Wert des besonders umsatzstarken Vorjahres (11,3 Prozent; Quelle: RollAMA). „Die aktuell angespannte Situation in Bezug auf allgemeine Teuerungen hat der Beliebtheit von Bio-Lebensmitteln keinen Abbruch getan“, fasste Bio Austria Obfrau Gertraud Grabmann die Entwicklung entsprechend zusammen.

Bio preisstabilisierend im Lebensmittelbereich

Aber nicht nur das, Bio hat sich darüber hinaus in der Teuerungswelle für die Konsumenten bisher als preisstabilisierender Faktor im Lebensmittelbereich erwiesen. Auch das geht aus den aktuellen RollAMA Zahlen hervor: Einem Preisanstieg von durchschnittlich 7,8 Prozent beim Verkaufspreis von konventionellen Lebensmitteln steht im ersten Halbjahr ein Anstieg von 3,5 Prozent bei Bio-Lebensmitteln gegenüber. „Das bewirkt, dass der Preisunterschied zwischen Bio- und konventionellen Lebensmitteln im Regal weiter abnimmt. Und dies erleichtert vielen KonsumentInnen und Konsumenten den Griff zu Bio zusätzlich“, so Grabmann.

Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen als Preistreiber

Ursächlich für den höheren Preisanstieg bei konventionellen Lebensmitteln sind wohl zum größten Teil die aufgrund der ansteigenden Energiepreise massiv höheren Kunstdünger-Preise, welche die Produktion deutlich verteuert haben. Aber auch die teils stark gestiegenen Futtermittelpreise dürften einen beträchtlichen Teil dazu beitragen. „Bio-Landbau ist durch die Nichtverwendung von Kunstdünger – der sehr energieintensiv aus fossilen Rohstoffen hergestellt wird – von fossilen Grundstoffen weitgehend unabhängig. Zudem ist die Bio-Landwirtschaft in Österreich nicht auf Futtermittel-Importe von weit her angewiesen, weil die Tiere fast ausschließlich regionale Bio-Futtermittel bekommen“, betont die Biobäuerin und Bio Austria Obfrau.

Zuwächse bei Biohöfen und Bioflächen 

Im Produktionsbereich weisen die Zahlen des Landwirtschaftsministeriums Stand Ende 2021 23.961 Bio-Betriebe aus, das sind in Summe 21,9 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Betriebe im Land. Diese Bio-Betriebe bewirtschaften insgesamt 679.142 ha. Das sind 26,6 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Im Vergleich zu 2015 – dem Beginn der nun auslaufenden Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) – ist das ein Zuwachs von 15 Prozent der Betriebe und 23 Prozent der Fläche.

23. September ist EU-Bio-Tag

Der 23. September ist von EU-Parlament, EU-Kommission und dem Rat der Europäischen Union im vergangenen Jahr offiziell zum EU-Bio-Tag ausgerufen worden. Der Tag soll dazu beitragen, in der gesamten Europäischen Union das Bewusstsein für biologische Lebensmittel zu stärken und die Bedeutung der Bio-Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette und nicht zuletzt als agrarpolitisches Instrument im Kampf gegen den Klimawandel hervorzuheben.

Über Bio Austria:

Bio Austria ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern. Als größter Bio-Verband in Europa repräsentiert Bio Austria die österreichische Bio-Landwirtschaft und vertritt die Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern – mit 13.500 Mitgliedern und mehr als 430 Partnerunternehmen in der Wirtschaft. Nähere Informationen unter www.bio-austria.at

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