Das waren die Bio Austria Bauerntage 2021

Mit Zuversicht die Bio-Zukunft gestalten: Unter diesem Motto fanden die BIO AUSTRIA Bauerntage 2021 statt. Angeboten wurden der Eröffnungs- und die Fachtage als Webinare – mit großem Erfolg.

Großartiges Interesse an der Veranstaltung

Ungewöhnliche Zeiten verlangen nach ungewöhnlichen Lösungen. Dies betraf auch die BIO AUSTRIA Bauerntage. Waren wir es gewohnt, zusammenzukommen und sich auszutauschen, so mussten die Organisatoren heuer einen anderen Weg beschreiten. Aufgrund der Covid-Pandemie wurden die Weichen rechtzeitig gestellt und die Veranstaltung als reines Online-Format vorbereitet. Dass diese Tatsache dem Interesse des Publikums keinen Abbruch tat, das zeigen über 1.400 Anmeldungen für die insgesamt acht Fachtage sowie den Eröffnungstag. Schön, dass so viele über zwei Wochen hinweg vor den Bildschirmen von zu Hause aus mit dabei waren!

Agrarpolitik am Eröffnungstag

Mit einer spannenden agrarpolitischen Diskussion rund um die nächste Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) starteten am 19. Jänner die BIO AUSTRIA Bauerntage. In ihrem Eröffnungsstatement ging Gertraud Grabmann, Obfrau von BIO AUSTRIA und Biobäuerin, auf die nächste GAP ein: „Um die notwendige Transformation Europas in Richtung Klimaneutralität umzusetzen, braucht es Leistungen aus allen Sektoren. Auch der Agrarsektor muss hier ambitioniert liefern. Klar ist aber auch, dass das nur gelingen kann, wenn die Bäuerinnen und Bauern in Europa ihre Leistungen abgegolten bekommen, die sie für Umwelt, Klima und Biodiversität erbringen.“

Kritik an Umsetzungsplan

Hinsichtlich der künftigen Rolle der biologischen Landwirtschaft in der nationalen Umsetzung der GAP zeigten sich unterschiedliche Positionen zwischen dem Verband BIO AUSTRIA und dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT). Hier kritisierte Gertraud Grabmann, dass der derzeitige Planungstand des BMLRT für die biologische Wirtschaftsweise künftig nur mehr einen „Managementzuschlag“ in der Maßnahme „Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung (UBB)“ im Rahmen des ÖPUL (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) vorsieht. Damit sind die Leistungen der Bio-Landwirtschaft nicht angemessen berücksichtigt. „Die ökologische Mehrleistung in der Bio-Landwirtschaft muss anerkannt und abgegolten werden“, betonte Grabmann und forderte diesbezüglich substanzielle Änderungen ein. „Würde Bio auf einen Managementzuschlag reduziert werden, wäre die Bio-Landwirtschaft künftig weniger attraktiv für Bäuerinnen und Bauern. Und das wäre aus unserer Sicht ein enormer Rückschritt für die heimische Agrarpolitik und für die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft“, so die BIO AUSTRIA Obfrau.

EU-Kommission will GAP-Trendwende

Generaldirektor Wolfgang Burtscher von der Generaldirektion für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung in der Europäischen Kommission ging auf die derzeit laufenden Trilog-Verhandlungen zur GAP zwischen der EU-Kommission, dem EU-Parlament und dem Rat – also den Mitgliedsstaaten – ein. Der Kommission sei es wichtig, dass der Green Deal sowie die Strategien zur Biodiversität und Lebensmittelwirtschaft („From Farm to Fork“) in die GAP integriert werden, um eine Trendwende in Richtung Ökologie umzusetzen. Grundsätzlich sei die Kommission optimistisch, dass dies auf Basis der vorliegenden Positionen gelingen könne. Die Bio-Landwirtschaft und deren Ausbau bezeichnete Burtscher als eines der Schlüsselinstrumente für mehr Nachhaltigkeit in der neuen GAP.

Bio-Märkte entwickeln

Jan Niessen von der Technischen Hochschule in Nürnberg referierte zu den Entwicklungen der regionalen und globalen Bio-Märkte. Er hob das große Potential von Bio-Produkten hervor und meinte, dass der Einkauf von Bio-Produkten unabhängig von jeglicher Ideologie zur Normalität werde. Dennoch gibt es kein Patentrezept, um die Märkte weiterzuentwickeln. Niessen sieht Chancen in Kooperationen, der Außer-Haus-Verpflegung und regionalen Strategien, aber auch im Export insbesondere für innovative, verarbeitete Bio-Produkte. Es gehe jetzt verstärkt darum, auch den Verbraucher auf Bio umzustellen.

Hermann Mittermayr von der BIO AUSTRIA Marketing GmbH hob Chancen und Strategien für die Vermarktung von BIO AUSTRIA Produkten und den damit verbundenen hohen Qualitätsanspruch hervor. „Damit ist es auch möglich, auf ausländischen Märkten zu punkten“, betonte Mittermayr.

Mutig und zuversichtlich Entscheidungen zu treffen

dafür plädierte Melanie Wolfers, Autorin und Ordensfrau. Eine Voraussetzung für Mut und Zuversicht liegt in einer Kultur des Innehaltens. Nur wer innehält, findet einen Halt in sich selbst und kann ein couragiertes Leben führen. Dazu gab Wolfers einige Hinweise zum Abschluss des Eröffnungstages.
Viele Impulse, um Gegenwart und Zukunft mutig zu gestalten, gab es bei den einzelnen Fachtagen zu den verschiedenen Produktionsbereichen. Viele Praktiker und Praktikerinnen gaben Einblicke in ihre Betriebe und machten deutlich, was sie bewegt und was ihnen wichtig ist.

Spannende Referate und Praktikerberichte

Auch in diesem Jahr konnten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Fachtagen unzählige spannende Berichte aus Wissenschaft, Beratung und Praxis vermittelt werden. Jeder Tag für sich bot besondere Highlights, sodass am Ende jeden Fachtages viel Interessantes, Neues und Innovatives für den Alltag dabei war. Besonders erfreut waren die Referentinnen und Referenten über die regen Diskussionen im Chat. Vielfach reichte die Zeit nicht, um alle Fragen zu beantworten.

Veränderungen gestalten

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hat erfahren, dass demnächst einige Änderungen anstehen. Das betrifft sowohl die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen aber auch neue Erfahrungen und Erkenntnisse im Pflanzenbau und in der Tierhaltung ermöglichen neue Entwicklungen und neue Lösungen. Dieser ständige Erneuerungsprozess war spürbar. Spannende Antworten gibt es viele, seien es technische Entwicklungen, die Digitalisierung, neue Aspekte für das Tierwohl oder auch die Vernetzung und gemeinschaftliches Arbeiten.

Berichte und weiterführende Informationen

Wer nicht dabei sein konnte, hat die Möglichkeit Berichte in den kommenden Wochen in der BIO AUSTRIA Zeitung und in den zahlreichen BIO AUSTRIA Infos nachzulesen.

Kontakt

  • DI Maria Jungreithmayr

    BIO AUSTRIA, Assistenz Landwirtschaft
    • maria.jungreithmayr@bio-austria.at
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