Eigenbedarfstiere – was ist zu beachten!?

Die Versorgung mit eigenen, am Hof produzierten Lebensmitteln hat seit jeher eine enorme Bedeutung auf landwirtschaftlichen Betrieben. Aber gerade in Zeiten wie diesen gewinnt ein hoher Grad an Selbstversorgung noch mehr an Bedeutung. So ist in den letzten Wochen eine deutliche Zunahme an Beratungsanfragen zum Thema Eigenbedarfstiere zu verzeichnen.

Die EU-Bio-Verordnung selbst regelt nur den Zukauf, die Haltung und Fütterung von Vermarktungstieren, also Tieren oder tierischen Produkten, die für Vermarktungszwecke am Betrieb gehalten werden und am Bio-Zertifikat als solche deklariert sind. Tiere für den Eigenbedarf werden seitens der EU-Bioverordnung nicht geregelt. Trotzdem müssen bestimmte Anforderungen eingehalten werden.

Seitens der AMA dürfen am Bio-Betrieb ausschließlich Schweine und Hühner für den Eigenbedarf gehalten werden, wobei die Stückzahl auf max. 2 Schweine und max. 10 Hühner begrenzt ist. Andere Nutztiere (anderes Geflügel, Rinder, Schafe, usw.) fallen nicht unter diese Regelung. Eine Überschreitung der definierten Obergrenzen führt im Falle einer vor Ort Kontrolle zu empfindlichen Sanktionen. Zu beachten ist, dass eine Tierart nicht gleichzeitig für den Eigenbedarf und für Vermarktungszwecke gehalten werden kann.
Eigenbedarfstiere sind von den Bio‐Bestimmungen, in Bezug auf Zukauf und Haltung ausgenommen. Somit dürfen konventionelle Tiere, sprich Ferkel und Mastküken bzw. Junghennen zugekauft werden. Es muss aber jedenfalls das Tierschutzgesetz eingehalten werden und es müssen trotzdem jedenfalls 21 Tiergerechtheitsindex-Punkte (TGI-Punkte) erreicht und alle anderen Bestimmungen der Bio-Verordnung hinsichtlich Fütterung, Tierarzneimittel etc. eingehalten werden.

Das bedeutet, dass Eigenbedarfsschweinen zwar kein Auslauf aber eine ausreichend große Bucht (Empfehlung: mind. 1,5m²/Tier, besser 2 m²/Tier) mit einer eingestreuten Liegefläche und ausreichend Tageslicht angeboten werden muss. Da es sich bei Schweinen um ein Herdentier handelt, sollten Schweine zudem nicht allein gehalten werden. Die Haltung von Legehennen für den Eigenbedarf entspricht in der Praxis mehr oder weniger jener von Bio-Tieren. Das bedeutet, dass max. 6 Tiere/m² Stallfläche gehalten und pro Tier eine Auslauffläche von 8 m² angeboten werden soll. Masthühnern für den Eigenbedarf muss dagegen kein Grünauslauf angeboten werden. Aufgrund der geringen Tieranzahl sollte allerdings bei der Stallfläche nicht gespart werden. Für 10 Masthühner empfiehlt sich eine Stallfläche von zumindest 2m², besser sogar 3 m² je Tier.

Wie oben erwähnt, dürfen konventionelle Tiere für den Eigenbedarf zugekauft werden. Trotzdem sollte nach Möglichkeit, sofern verfügbar, Bio-Tieren der Vorzug gegeben werden. Aufgrund der hohen Nachfrage sind Bio-Ferkel derzeit eher Mangelware, trotzdem helfen wir gerne bei der Vermittlung bzw. stehen bei einem Einstieg in die Bio-Schweinezucht im kleinen Maßstab beratend zu Seite. Für Hühner und andere Geflügelarten können wir auf unsere Sammelbestellungen in Kooperation mit dem Geflügelzuchtbetrieb Spernbauer aus Oberösterreich verweisen. Einmal im Monat erfolgt die organisierte Lieferung nach Kärnten. Falls Sie Interesse daran oder weitere Fragen zu diesem Thema haben, melden Sie sich bei uns im Büro unter 0463/5850-5400.

Kontakt

  • DI Dominik Sima

    BIO AUSTRIA Kärnten, Landwirtschaft
    Einstiegsberatung, Ackerbau-, Schweine- und Geflügelberatung
    • dominik.sima@bio-austria.at
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