Hülsenfrüchte als Eiweiß-Lieferanten von globaler Bedeutung

© Peter Freitag/pixelio.de
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Utl.: Internationales Jahr der Hülsenfrüchte lenkt Augenmerk auf wichtige Kulturpflanzen
Hülsenfrüchte, auch als Leguminosen bezeichnet, sind wertvolle Protein-Lieferanten und müssten aufgrund ihrer positiven Eigenschaften und gesundheitlichen Vorteile gegenüber dem Eiweiß-Träger Fleisch eigentlich eine viel wichtigere Rolle in der Landwirtschaft spielen, als sie es tatsächlich tun.

In der Realität werden Hülsenfrüchte oft unterschätzt, obwohl sie für die Landwirtschaft und die Sicherung der weltweiten Ernährung einen essenziellen Beitrag leisten. Die Vereinten Nationen (UN) setzten nun ein Zeichen für Erbsen, Bohnen, Klee und Co. und erklärten das Jahr 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte.

Die Bio-Landwirtschaft, für welche die Fruchtbarkeit des Bodens lebensnotwendig ist, weiß den Wert der Hülsenfrüchte zu schätzen. In Form von Luzerne, Klee und anderen Leguminosen reichern diese Pflanzen den Boden mit Stickstoff an und tragen damit dazu bei, die Qualität des Bodens zu erhalten. „Ohne die positiven Eigenschaften der Leguminosen als Zwischenfrucht wäre eine funktionierende Bio-Landwirtschaft nicht möglich. Wir brauchen die stickstofffixierenden Hülsenfrüchte um unsere Böden fruchtbar zu halten. Was anderswo durch den Einsatz von synthetisch hergestellten Düngemitteln erreicht wird, erledigen in der Bio-Landwirtschaft die Hülsenfrüchte auf natürliche Art und Weise. Deshalb empfiehlt BIO AUSTRIA einen Leguminosenanteil von mindestens 20 Prozent in der Hauptfruchtfolge“, so Gertraud Grabmann, Obfrau von BIO AUSTRIA.

Generell wäre eine Steigerung des Anbaus von Leguminosen in Österreich wünschenswert. Einerseits würde dadurch die Struktur und der Humusgehalt im Boden verbessert, andererseits würde sich auch der Selbstversorgungsgrad mit eiweißreichen Futtermitteln erhöhen – sinkende Importzahlen von Eiweißpflanzen würden sich wiederum positiv auf die Klimabilanz auswirken.

Gertraud Grabmann sieht auch im Bereich der Bio-Betriebe noch genügend Potenzial, um mehr Leguminosen anzubauen. „Mit Weiterbildungsveranstaltungen und speziellen Beratungsleistungen möchten wir unsere BIO AUSTRIA Bäuerinnen und Bauern dazu animieren und dabei unterstützen, diesen Weg einzuschlagen.“ Im Sinne der Ernährungssouveränität wäre allerdings nicht nur eine österreichweite, sondern eine globale Steigerung des Anbaus erstrebenswert. Hülsenfrüchte sind in den Ländern des Südens einer der wichtigsten Eiweißlieferanten – Eiweiß aus Milch kostet etwa fünfmal so viel. Hülsenfrüchte erzielen bessere Preise als Getreide (bei niedrigeren Erträgen) und können so zu einem höheren Einkommen kleiner Landwirte beitragen. Zudem hätte eine abwechslungsreiche Fruchtfolge positive Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit, die Eindämmung von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten und den drohenden Bodenverlust durch Erosion – was den Einsatz von teuren Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduzieren würde. In Kombination mit einer verringerten Ausfuhr von Futterleguminosen wäre das ein wesentlicher Beitrag zur Ernährungssicherheit.

„Angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Rückgang von fruchtbaren Böden ist eine Ökologisierung der Landwirtschaft unabdingbar. Der Leguminosen-Anbau ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, daher sind Maßnahmen, die zur Förderung des Anbaus beitragen, zu unterstützen. Und das nicht nur im Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte, sondern auch darüber hinaus“, meint BIO AUSTRIA Obfrau Gertraud Grabmann.

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