Innovationspreis Bio-Fuchs für das „Noch-Mehr an Biodiversität“ vergeben

Prämierte Projekte spiegeln Vielfalt, Multifunktionalität und insbesondere Biodiversitäts-Leistungen der Bio-Landwirtschaft wider

Alljährlich wird der Innovationspreis BIO AUSTRIA Fuchs für hervorragende Projekte und Ideen in der Biolandwirtschaft vergeben. Diesmal stand der Wettbewerb um die besten Ideen und Innovationen im biobäuerlichen Bereich ganz im Zeichen der Biodiversität. Prämiert werden Bio-Betriebe, die durch geeignete Maßnahmen zu einem „Noch-Mehr an Biodiversität“ auf ihren Höfen beitragen. Die Gewinner-Projekte wurden Ende Jänner im Rahmen der BIO AUSTRIA Bauerntage bekannt gegeben. Die Preisübergabe findet Corona-bedingt allerdings in den Ländern statt. „Die Gewinner-Projekte sind herausragende Initiativen unserer Mitgliedsbetriebe im Bereich der Biodiversität, welche auch die Vielfalt und Multifunktionalität der Bio-Landwirtschaft widerspiegeln“, betonte Gertraud Grabmann, Obfrau von BIO AUSTRIA.

Erster Platz – Es kreucht und fleucht in Kindberg

Der erste Platz geht in diesem Jahr an Karl-Heinz Fraiß aus Kindberg in der Steiermark. Der Betrieb konnte die Kategorie „Maßnahmen zur Förderung und zum Erhalt der Pflanzen- und Nützlings-Vielfalt“ für sich entscheiden und wurde anschließend in einem Online-Voting zum Gesamtsieger gekürt.
Fraiß führt einen Mutterkuhbetrieb im Nebenerwerb mit 21 ha Grünland und 27 ha Wald. Die extensive Bewirtschaftung seiner Flächen mit maximal zwei Schnitten gehört genauso zu seinem Konzept wie Randstreifen und Inseln, die nicht oder erst nach der Blüte gemäht werden. Diese Bereiche stellen einen Unterschlupf für Insekten dar.
Zudem wurden auf dem Betrieb mittlerweile sieben Teiche angelegt, welche nicht genutzt, sondern der Natur überlassen werden – und so zu Tummelplätzen für Amphibien, Reptilien, sowie Libellen und Insekten geworden sind. Mehrere Steinhaufen auf dem Betrieb bieten Kleintieren Überwinterungsmöglichkeiten. Ein Streuobstgarten, der um zahlreiche alte Sorten ergänzt und mit Nisthilfen ausgestattet wurde, rundet das Bild ab. Durch die vielfältigen Maßnahmen ist es dem ausgebildeten Baumwirt Fraiß gelungen, auf seinem Betrieb besonders viele Lebensräume für unzählige Pflanzen- und Tierarten zu schaffen. Diese besondere Leistung wurde nun mit dem ersten Platz beim Innovationspreis Bio-Fuchs honoriert.

© Fraiß

Zweiter Platz – „Eva & Adam“ und ihr kleines Paradies in der Steiermark

Gesamtplatz zwei – als Sieger in der Kategorie „Überbetriebliches Konzept“ – erreichten Alois Wilfing und Stefanie Schuster aus Miesenbach bei Birkfeld in der Steiermark mit ihrem Projekt „Eva & Adam“. Hier dreht sich alles rund um Streuobstwiesen. Über das Projekt wird Streuobst von etwa 180 Zuliefer-Betrieben zu einem fairen gekauft und über Obst-Kisten an KonsumentInnen vertrieben. Gleichzeitig beraten Schuster und Wilfing die Betriebe in Punkto Obstbaumpflege und Biodiversität. Auf diesem Weg konnten bereits viele alte Sorten erhalten und so manche bereits verschwunden geglaubte Sorten wiederentdeckt werden.

Auf ihrem eigenen Betrieb konnten die beiden engagierten Streuobst-Botschafter durch eine Vielzahl an Maßnahmen die Biodiversität deutlich erhöhen und punkteten im Biofuchs-Wettbewerb neben der Wertung überbetriebliche Kooperation vor allen in den Bereich Sorten- und Artenvielfalt, Lebensräume sowie Landschaftsbild. Alle Flächen des Betriebs sind im Projekt ENP (ergebnisorientierter Naturschutzplan) integriert, zahlreiche geschützte und gefährdete Arten finden darauf ihre Heimat. Wilfling und Schuster vermarkten insgesamt 270 bio-zertifizierte Wildpflanzen vom Hof und haben im Laufe der Zeit 140 alte Apfel-, Birnen- Zwetschgen- und Kirschen-Sorten gepflanzt.

Mehr Informationen unter:
www.evaundadam.at

© Eva&Adam

Dritter Platz – Gemeinsam für den Erhalt alter Paradeiser-Sorten und -Rassen

Über den dritten Gesamtplatz darf sich die Arbeitsgruppe „Bauernparadeiser“ freuen. Sie konnte den Sieg in der Kategorie „Erhalt alter Sorten und Rassen“ erringen. Die Arbeitsgruppe ist ein Zusammenschluss von derzeit zwölf Bio-Gemüsebaubetrieben, ARCHE NOAH sowie diversen anderen Institutionen. Gemeinsam werden Zuchtprogramme und Versuche abgestimmt, Sorten und Zuchtlinien ausgetauscht sowie Ergebnisse besprochen. Erklärtes Ziel ist das Verfügbarmachen neuer, samenfester, geschmackvoller und speziell für den Bio-Anbau entwickelter Paradeisersorten.

Mehr Informationen zum Projekt unter:
www.arche-noah.at

© BIO AUSTRIA

Vierter Platz – Vielfalt am Betrieb Mittmannsgruber

Auf Platz vier wurde Familie Mittmannsgruber aus St. Leonhard in Oberösterreich – Sieger in der Katergorie „Gesamtbetriebliches Konzept“ – gereiht.
Die biodiversitätsfördernden Maßnahmen auf ihrem Hof sind vielfältig. Sie reichen von der Haltung seltener Nutztierrassen und verschiedener Tierarten, über einen großen Gemüsegarten, dem Stehenlassen von Wiesenstreifen, einer späteren Mahd, der abgestuften Wiesennutzung bis hin zu zahlreichen Hecken und Obstbäumen rund um die Hofstelle. Dies alles sorgt für einen Betrieb mit ausgeprägter Vielfalt und großem Artenreichtum.

Nähere Informationen zum Hof unter:
www.biohof-mittmannsgruber.at

© Mittmannsgruber

Bio Austria gratuliert den Gewinnern sehr herzlich!

Über BIO AUSTRIA:

Bio Austria ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern. Als größter Bio-Verband in Europa repräsentiert BIO AUSTRIA die österreichische Bio-Landwirtschaft und vertritt die Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern – mit 13.500 Mitgliedern und mehr als 430 Partnerunternehmen in der Wirtschaft. Nähere Informationen unter www.bio-austria.at

Kontakt

  • Markus Leithner MSc.

    BIO AUSTRIA, Presse
    Pressesprecher (PR)
    • markus.leithner@bio-austria.at
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