Sicher auf der Weide

Die Tiere sicher auf der Weide zu wissen, ist ein gutes Gefühl. Familie Einetter nutzt für ihre Zäune ein technisch einfaches Überwachungsgerät, an dessen Entwicklung sie selbst beteiligt waren.
Der Santerhof der Familie Einetter liegt in Simmerlach zwischen den Gemeinden Irschen und Oberdrauburg in Kärnten und wird seit dem Jahr 1994 als Bio-Betrieb geführt. Am Mutterkuhbetrieb mit Endmast, werden etwa 100 Stück Rinder gehalten. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 40 ha, die Weidefläche der Gemeinschaftsalm 450 ha. Die Almwirtschaft und die Frühjahrs- und Herbstweide werden seit je her traditionell betrieben.

An Sicherheit denken

Das Thema Hütesicherheit begleitet die Familie deshalb schon lange Zeit, da die Flächen des Heimbetriebes weit entfernt verstreut liegen und auch zum Teil sehr schwer einsehbar sind. Zusätzlich war die Unsicherheit durch die angrenzende und stark befahrene Bundesstraße, ein Bahngleis und den Fluss Drau ein ständiger Begleiter. So wie auf vielen Almweiden mit unwegsamem Gelände werden die Zäune immer wieder durch Wettereinflüsse oder wechselndem Wild zerstört und die permanente Kontrolle auf großen Flächen ist beinahe unmöglich. Auch sich ausdehnender Bewuchs, Panik oder Unruhe in der Herde durch Wildtiere oder Futtermangel, Wassernot sowie technische Gebrechen durch mangelhafte Leiterlitzen, schlechte Erdung etc. oder leider auch Sabotagen können sich negativ auf die Funktion des Zaunes auswirken.

Laut EU-Bio-Verordnung ist die Weidehaltung für Planzenfresser grundsätzlich vorgeschrieben, soweit Boden- und Witterungsverhältnisse dies zulassen. Die bisherigen Ausnahmen zur Befreiung von dieser Verpflichtung wie der Viehtrieb über stark befahrene Bundesstraßen oder auf entfernte Weiden werden künftig nicht mehr als Begründung ausreichen. Dies bringt für betroffene Betriebe nun auch grundlegende Fragen zur Haftung bei Verkehrsunfällen mit Weidetieren oder Beschädigungen mit sich. Hier ist die Rechtslage so, dass Elektrozaunanlagen zum einen so errichtet und betrieben werden, dass von ihnen keine Gefährdung für Menschen, Tiere oder Sachen ausgehen, zum anderen liegt die Sorgfaltspflicht, für den ordnungsgemäßen Verschluss der Tiere zu Sorgen und diese regelmäßig zu überprüfen, beim Tierhalter.

SMS schickt Warnung

Aufgrund der eigenen schwierigen Situation suchte Franz Einetter nach Lösungen, um die Funktionalität des Zaunes zu überwachen und im Fall einer Störung eine Meldung zu erhalten. Ein positiver Nebeneffekt: die Zeitersparnis. So tüftelte er gemeinsam mit dem technisch versierten Schwager an einem Prototyp, der ständig weiterentwickelt wurde.
Der FENCY ist ein Gerät zur Weidezaunüberwachung per SMS, durch das der Anwender jederzeit über den Weidezaunstatus informiert ist. Alle Abfragen über Zaun- und Versorgungsspannung, Temperatur oder Standort werden zugesendet. Zusätzlich kann auch ein Tränkebecken überwacht werden. Beim Unterschreiten der eingestellten Warnschwellen wird ein SMS-Alarm ausgelöst. Die Funktion des Ein- oder Ausschaltens ist besonders praktisch beim Weiterzäunen oder bei Reparaturarbeiten am Draht. Man spart sich unnötige Wege und Zeit. Das digitale Hütebuch ist aus versicherungstechnischem Blickwinkel und bei Haftungsfragen als Nachweis der permanenten Zaunüberwachung praktisch.

Familie Einetter konnte mit dieser Idee nicht nur anderen Tierhaltern ein Instrument für die höhere Sicherheit beim Weidetrieb zur Verfügung stellen, sondern sich auch ein neues Betriebsstandbein schaffen. Mithilfe dieser einfachen digitalen Lösung lassen sich Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer und eventuell damit verbundene hohe wirtschaftliche Schäden leichter vermeiden.

DI Johanna Fasching, BIO AUSTRIA Kärnten