Tipps aus der Beratung: Pacht oder Kauf von Flächen melden!

Veröffentlicht am 13. März 2026
©BIO AUSTRIA

Bei Pacht oder Kauf von konventionellen Flächen ist folgendes zu beachten:

  • Jeder Flächenzugang ist umgehend (innerhalb von zwei Wochen) der Kontrollstelle zu melden.
  • Werden anerkannte Bio-Flächen übernommen, ist darauf zu achten, dass es zu keiner zeitlichen Unterbrechung des Kontrollsystems kommt.
  • Werden konventionell bewirtschaftete Flächen gekauft oder gepachtet, ist die Umstellungszeit zu beachten. Diese beträgt mindestens zwei Jahre, bei Dauerkulturen (außer Grünland) 36 Monate.
  • Pflanzliche Produkte, die 24 Monate nach Abschluss des Kontrollvertrages ausgesät werden, gelten als anerkannte Bio-Ware. Diese können bei entsprechender Qualität als Bio-Speiseware vermarktet werden. Pflanzliche Produkte, die mindestens 12 Monate nach Umstellungsbeginn geerntet werden, gelten als Umstellungsware und können mit dem Hinweis „hergestellt im Rahmen der Umstellung auf den biologischen Landbau“ vermarktet werden.
  • Für Grünland ist der beste Zugangszeitpunkt vor dem ersten Schnitt, für Ackerflächen 12 Monate vor der ersten zu erwartenden Ernte.
  • Wurden auf den Flächen keine unerlaubten Betriebsmittel ausgebracht, kann die Umstellungszeit verkürzt werden. Ob sich die Umstellungszeit halbiert oder die Fläche sofort anerkannt wird, ist von der Art der Vor-Bewirtschaftung abhängig. Eine Verkürzung kann über die zuständige Behörde kostenpflichtig beantragt werden.
  • Es hängt vom Status der Zugangsfläche ab, wie das geerntete Futter genutzt werden kann. Bio- und Umstellungsware können zur Gänze am eigenen Betrieb verfüttert werden. Von einer konventionellen Zugangsfläche können nur bis zu 20 Prozent der Futterration aus Beweidung beziehungsweise Ernte von Dauergrünland, mehrjährigen Futterkulturen oder Eiweißpflanzen verfüttert werden. Getreide oder Mais muss konventionell verkauft und darf nicht am eigenen Betrieb verfüttert werden.
  • Wenn auf den konventionellen Zugangsflächen dieselben Kulturen wie auf den eigenen Bio-Flächen angebaut sind, erhält die gesamte Kultur auf dem Bio-Zertifikat den niedrigeren Status. Mittels einer zusätzlichen Kontrolle kann der Status geteilt werden. Dies ist jedoch mit Kontrollaufwand und -kosten verbunden. Gerade bei Ackerflächen ist es daher klug, auf den konventionellen Zugangsflächen andere Kulturen anzubauen.

Autorin: Doris Hofer, BIO AUSTRIA Bundesverband

Der Artikel erschien in der BIO AUSTRIA Bundeszeitung 1/2026

www.bio-austria.at/d/bauern/BIO AUSTRIAzeitung-1-26/

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