Bio Austria begrüßt Pilotprojekt zu mobilen Schlachtanlagen in Oberösterreich

Portrait Gertraud Grabmann
© BIO AUSTRIA/Sonja Fuchs
© BIO AUSTRIA/ Fuchs

Wichtiger Impuls für stressfreie Schlachtung in gewohnter Umgebung – bundesweite Lösung und Einbeziehung kleinerer bäuerlicher Schlachtbetriebe wünschenswert (Pressemeldung 7. Juni 2018)

In Oberösterreich wurde heute vom zuständigen Agrarlandesrat Max Hiegelsberger ein Pilotprojekt zu mobilen Schlachtanlagen präsentiert. Dabei wird erstmals in Österreich auf Landesebene die stressfreie Schlachtung am Bauernhof unter strengen Vorschriften auf mobilen Schlachtanlagen ermöglicht. BIO AUSTRIA Obfrau Gertraud Grabmann in einer ersten Reaktion darauf: „Als Biobäuerinnen-Verband begrüßen wir diesen richtigen und wichtigen Schritt des Landes Oberösterreich und sehen darin einen wesentlichen Impuls zur Ermöglichung stressfreier Schlachtungen am Bauernhof auch in anderen Bundesländern.“

Auch der Obmann von BIO AUSTRIA Oberösterreich, Franz Waldenberger, findet Lob für die Regelung: „Es ermöglicht den Betrieben eine stressfreiere Schlachtung ihrer Tiere, was der ganzheitlichen Sicht der Biobäuerinnen und Biobauern entgegenkommt.“

Seitens unzähliger BIO AUSTRIA-Biobäuerinnen und Biobauern im gesamten Bundesgebiet besteht schon lange der Wunsch nach einer gesetzlichen Regelung für eine tiergerechte, stressfreie Schlachtung in der gewohnten Umgebung. Denn eine solche Schlachtung erspart den Tieren unnötigen Stress beim Transport und in der ungewohnten Umgebung des Schlachthofs. Das entspricht den hohen Ansprüchen und den gelebten Werten der Bio-Landwirtschaft im Bereich des Tierwohls. BIO AUSTRIA setzt sich daher schon seit vielen Jahren auf Bundesebene für eine gesetzliche Zulassung stressfreier Schlachtung in der gewohnten Umgebung ein. Dazu zählt auch die Schlachtung in mobilen Schlachtanlagen, die etwa auch im benachbarten Deutschland schon seit geraumer Zeit zugelassen sind.
Eine entsprechende Regelung wurde in Österreich allerdings bis dato seitens der zuständigen Stellen auf Bundesebene abgelehnt.

„Wir hoffen, dass dieses tierwohlbasierte Pilotprojekt Vorbildwirkung hat, und andere Bundesländer dem Beispiel Oberösterreichs folgen werden. Ich habe die starke Hoffnung, dass letzten Endes die positiven Ergebnisse der Pilotphase in eine bundesweite gesetzliche Regelung zur Ermöglichung stressfreier Schlachtung in der gewohnten Umgebung münden werden – inklusive der Möglichkeit der Weideschlachtung für kleinere, bäuerliche Schlachtbetriebe“, so BIO AUSTRIA-Obfrau Grabmann. Ein praxisnahes, umsetzungsfähiges Konzept zur „stressfreien Schlachtung im gewohnten Lebensumfeld der Nutztiere“ wurde von BIO AUSTRIA, ÖBV, Erde & Saat, Demeterbund und ARGE Hochlandrind bereits erarbeitet und steht den zuständigen Stellen als Anregung und Hilfestellung bei der Umsetzung zur Verfügung.

Über BIO AUSTRIA:

BIO AUSTRIA ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern. Als größter Bio-Verband in Europa repräsentiert BIO AUSTRIA die österreichische Bio-Landwirtschaft und vertritt die Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern – mit über 12.500 Mitgliedern, 380 Partnerunternehmen in der Wirtschaft und 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Landes- und Bundesebene. Nähere Informationen unter www.bio-austria.at

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