Bio Austria: Kennzeichnung und Kontrolle von Neuer Gentechnik sichern!

© Pixabay

22.1.24

EU-Abgeordnete aus Österreich sind aufgerufen am 24. Jänner gegen NGT-Deregulierung zu stimmen, um Österreichs starke Bio- und gentechnikfreien Landwirtschaft insgesamt zu schützen 

Am 24. Jänner wird im Umweltausschuss des Europaparlaments über eine Deregulierung der Neuen Gentechnik (NGT) abgestimmt. Aus diesem Grund appelliert Bio Austria an die österreichischen VertreterInnen sämtlicher politischen Fraktionen, sich gegen eine Deregulierung und für verpflichtende Kennzeichnung, Risikoprüfung und Rückverfolgbarkeit einzusetzen. „Österreich ist Vorreiter bei der Bio-Landwirtschaft und der insgesamt gentechnikfreien Landwirtschaft. Eine quasi vollständige Liberalisierung der Neuen Gentechnik, wie dies der vorliegende Entwurf vorsieht, würde dem Konzept der Qualitätslandwirtschaft und den Ruf als Feinkostladen Europas ein Ende bereiten. Die Abgeordneten zum Europäischen Parlament sind aufgerufen, unsere hohen Standards mit ihrer Stimme im Europaparlament zu schützen“, fordert Bio Austria Obfrau Barbara Riegler.

Klar ablehnende Positionierung gefordert

Es sei Besorgnis erregend, wenn in der Öffentlichkeit nicht quer durch alle politischen Lager klare Signale gegen den ungeprüften und ungekennzeichneten Einsatz von Produkten aus Neuer Gentechnik in unserem Lebensmittelsystem kommen würden. Aus der Europäischen Volkspartei war zuletzt sogar die Forderung nach einer Zulassung von Neuer Gentechnik in der Bio-Landwirtschaft erhoben worden. „Mit der Qualitätsstrategie der österreichischen Landwirtschaft ist nicht zu spielen. Daher erwarte ich mir eine klar ablehnende Positionierung zum Vorhaben der Deregulierung von Neuer Gentechnik von allen politischen Kräften“, stellt Riegler klar. Zudem sei die Frage der Koexistenz vollkommen ungeklärt. Das sei umso Besorgnis erregender, als ein nationales Opt-Out, wie im gegenwärtigen Gentechnikrecht enthalten, im Gesetzesvorschlag ausgeschlossen ist. 

Lebensmittel aus NGT ohne Kennzeichnung verhindern

In der Öffentlichkeit werde die Debatte leider teils bewusst vernebelt und mit der Frage der Forschung an und mit Hilfe von Neue Gentechniken verknüpft. „Dabei geht es hier ausschließlich um den Umgang mit Produkten Neuer Gentechnik in der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Die Frage ist klar eingrenzbar: Wollen wir, dass in Zukunft Saatgut und Lebensmittel aus NGT ohne Risikoprüfung und ohne Kennzeichnung – und damit ohne Möglichkeit sich dagegen zu entscheiden – auf den Markt und in die Regale kommen oder nicht? Wer für den derzeitigen Vorschlag stimmt, der sagt dazu klar JA!“, hebt die Bio Austria Obfrau hervor.

Service:

Auf der Webseite von Bio Austria können alle Interessierten über ein Online-Tool den zuständigen EU-ParlamentarierInnen persönlich ein Email schreiben und diese dazu auffordern, für die Regulierung und Kennzeichnung von Neuer Gentechnik einzutreten.

Über Bio Austria:

Bio Austria ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern. Als größter Bio-Verband in Europa repräsentiert Bio Austria die österreichische Bio-Landwirtschaft und vertritt die Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern. Zudem hat der Verband knapp 500 Partnerunternehmen in der Wirtschaft. Nähere Informationen unter www.bio-austria.at

Kontakt