Möglichkeiten zur Grundfutter-Versorgung
Vermittlung von Bio-Grundfutter und Ansuchen an die Lebensmittelbehörde
Die extreme Trockenheit seit dem Frühjahr wurde leider immer nur in kleinen Regionen kurz durch Niederschlag gemildert. Der Ertragsausfall liegt auf guten, tiefgründigen Böden in Tallagen, sowie wasserführenden, schattigen Lagen bei rund 30%. Seichtgründige Böden oder Südwesthänge haben oft ein Minus von 60 bis 80% zu verzeichnen.
Bio-Grundfuttervermittlung von BIO AUSTRIA Steiermark:
Da es in einigen Regionen der Steiermark und auch in angrenzenden Bundesländern ein gewisses Angebot an Bio-Grundfutter gibt, versuchen wir dieses zu vermitteln. Gleichzeitig wird auch darum gebeten, verfügbare Angebote schnellstmöglich bei Ernst Heuberger zu melden.
Nachgefragt sind vor allem Bio-Grassilagen möglichst guter Qualität für die Milchviehfütterung und Bio-Heu sowie auch Bio-Silomais lose oder in Ballen.
Bio-Ackerbauern sind aufgerufen, gegebenenfalls Silomais oder Feldfutter (Kleegras, Luzerne, Wechselwiese, Begrünungen etc.) für den Verkauf an Rinderbetriebe zur Verfügung zu stellen.
Körnermais kann sehr oft auch als Silomais genutzt werden und lose ab Feld oder in Ballenform verkauft werden. Wer Interesse hat, seine Maisflächen für Silage nutzen zu lassen, kann sich gerne bei Ernst Heuberger melden! Wir unterstützen bei der Logistik!
Bio-Silomais ist verfügbar und wird auch weiterhin gesucht!
Kooperationen in der Vermittlung
Konkrete Kooperationen gibt es für den Murauer und Neumarkter Raum:
- Landforst in Neumarkt, Christine Lindner und Andreas Petz: T 03584/3369750
- Obersteirischer Maschinenring: T 05/9060655
- Maschinenring Aichfeld-Leoben (Murtal, Leoben): T 05/906066070
- Futtermittelhandel Markus Buchegger, Gmunden, OÖ
Erfahrener Futter-Vermittler seit 2007, www.bioheu.at
Liefert Bio-Grundfutter auch in die Steiermark (voraussichtlich ab Oktober), ist bio-zertifiziert und ist auch gelisteter ZZU-Partner, Bedarfsmeldung an E möglich. Einzelbetriebliche Absprache betreffend Produkt, Logistik und Lieferzeitpunkt.
Futterbörsen:
- Nutzen Sie für den Verkauf und Kauf von Bio-Grundfutter auch die Börse der Mitgliederzeitung von BIO AUSTRIA Steiermark (Inserate: Sabine Wieser: T 0316/8050-7155, E )
- Vermittlungsplattform von BIO AUSTRIA: www.bioboerse.at
- Gerne können Sie auch die BIO AUSTRIA Steiermark-WhatsApp-Community in den Untergruppen (z.B. Rinder, Schafe) für die Vermittlung von Futter nutzen. Mail an: E
- www.landwirt.com
Ansuchen an die Lebensmittelbehörde
Wenn kein Bio-Futter mehr beschaffbar ist, kann einzelbetrieblich ein schriftliches Ansuchen formlos an die Lebensmittelbehörde gestellt werden, um eine befristete Genehmigung für den Zukauf von konventionellem Grundfutter (maximal in der Höhe des Ertragsdefizits) zu bekommen: E
Folgende Grundfuttermittel können ab sofort beantragt werden:
- Futter von Dauergrünland (Dauerwiesen und Weiden) und Ackerfutterflächen (Futtergräser, Wechselwiese, Kleegras, Klee, Luzerne und Ackerweide)
- Silomais als Ganzpflanze (alle frisch, siliert, getrocknet oder pelletiert)
- Futterstroh
Folgende Angaben sind notwendig:
- Betriebsdaten: Name des Betriebs und der betriebsführenden Person(en), Adresse, Kontaktdaten, Betriebsnummer
- Geschätzter Ertragsausfall beim Grundfutter im heurigen Jahr
- Menge und Art des Grundfutters, das konventionell zugekauft werden soll (Angabe in Stück Ballen, in Tonnen oder kg Trockenmasse möglich)
- für welche Tierarten
Belege über den Zukauf sind aufzubewahren, Aufzeichnungen über Verfütterung zu führen und Nachweise für den witterungsbedingten Ertragsausfall bei der Biokontrolle vorzulegen.
Wichtig: Die Vorgaben privater Standards, wie z.B. Zurück zum Ursprung und Ja!Natürlich müssen unabhängig von einer behördlichen Genehmigung jedenfalls eingehalten werden. Bitte Vermarktungspartner bzw. Abnehmer kontaktieren, um die aktuellen Fütterungs-Richtlinien zu erfragen!
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Bio Zentrum Steiermark Beratungsteam:
T 0676/842214-407
Nach wie vor gilt für alle Biobetriebe ein Stufenplan beim Grundfutter-Zukauf:
- Inländisches Bio-Grundfutter (Heu, Gras, Grassilage, Weide)
- Bio-Maissilage – diese zählt zum Grundfutter (Vermittlung über Landesverband und Maschinenring)
- Bio-Grundfutter aus Nachbarländern
Nur nach Genehmigung durch die Steirische Lebensmittelbehörde: Konventionelles Grundfutter, inklusive Maissilage. (Richtwert von BIO AUSTRIA: max. 30% der TM in der Jahresration)
Begründung für die Freigabe von konventionellen Grundfuttermitteln:
- Aktuell kann das Angebot an Bio-Grundfuttermittel im Inland und angrenzenden Ausland den Bedarf in der Steiermark nicht mehr decken. Die Versorgungssicherheit mit Bio-Lebensmittel und die Existenz der Bio-Betriebe ist in Gefahr.
- Daher wird prioritär versucht, noch verfügbare Bio-Grundfuttermittel an die „Bio-Projektbetriebe“ (ZZU und Ja!Natürlich) zu liefern. Konkret wird in der Steiermark Bio-Körnermais vorzeitig als Bio-Silomais abgeerntet und vorwiegend für Bio-Milchviehbetriebe – lose oder in Ballen gepresst – zur Verfügung gestellt.
- Bio ist mehr als Fütterung
Aktuell haben rund 5 % der Bio-Betriebe um eine einzelbetriebliche Ausnahmegenehmigung bei der Lebensmittelbehörde angesucht. Der Großteil an fehlendem Bio-Grundfutter konnte bereits von Bäuerin zu Bauer oder über diverse Börsen vermittelt werden. Viele Betriebe haben ihren Tierbestand bereits reduziert. Auch die weitere Entwicklung der Wettersituation (Herbstweide) wird noch eine Rolle spielen, wieviel Zukauffutter tatsächlich benötigt wird.
Vermehrte Trockenphasen – Anpassungsstrategien für die Grünlandwirtschaft
(unter Berücksichtigung von Untersuchungen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein – Forschung für die Praxis; Dr. Walter Starz – Bio-Institut)
Grünlandpflanzen – vor allem gute Wirtschaftsgräser – sind wasserbedürftig.
Ausreichende und regelmäßige Niederschläge in der Vegetationsperiode sind für optimales Graswachstum notwendig. Für die Bildung von 1 kg TM werden ca. 600 l Wasser (täglich 2-3 l/m²) benötigt. Bei Trockenheit wird das Wachstum sofort eingestellt, Gräser wachsen bei eintretenden Niederschlägen aber wieder weiter.
Wurzelwachstum von Gräsern
Je länger ein Aufwuchs Zeit hat, sich zu entwickeln, umso mehr investiert die Pflanze in die Bildung von tiefreichenden Wurzeln. Intensivere Nutzung (Vielschnittwiese, Kurzrasenweide) bewirkt ein seichteres Wurzelsystem.
Hochwachsende Horstgräser können grundsätzlich ein tieferreichendes Wurzelsystem ausbilden. Beschatteter Boden ist kühler und somit ist die Verdunstung von Bodenwasser geringer.
Nach der Trockenphase
Wenn noch genügend wertvolle Grasarten vorhanden sind, wächst der Bestand bei eintretendem Regen oft rasch und kräftig an. Direkt nach Trockenphasen ist deshalb oft nicht der beste Zeitpunkt für eine Nachsaat (Konkurrenz der Altnarbe). Betragen die Bestandeslücken jedoch mehr als 50%, kann direkt nachgesät werden. Bewährt hat sich in den vergangenen Jahren eine Nachsaat im Spätsommer (August bis Mitte September): Nächte werden länger, kühler, es gibt Taubildung, weniger Konkurrenz durch Altnarbe. Bei genereller Neigung zur Trockenheit ist eine seichte Ablage des Saatgutes (bis 0,5 mm) günstig. Bio-Regelungen für Saatgutzukauf beachten!
Standortangepasste Düngung im Rahmen der abgestuften Nutzung unterstützt langfristig die Regenerationsfähigkeit der Grünland-Bestände.
Bewirtschaftung trockenheitsgefährdeter Standorte
Zu tiefes Mähen (unter 8 cm) vermeiden – Beschattung kühlt den Boden.
Vielfältige Bestände aufbauen (krisenstabiler).
Knaulgras, Wiesenlieschgras und Glatthafer wären gute Gräser für generell zur Trockenheit neigende Standorte, weil sie ein gutes, relativ tief reichendes Wurzelsystem ausbilden.
Rotklee bildet eine Pfahlwurzel aus, erträgt Trockenheit gut, muss aber regelmäßig nachgesät werden, gute Kalkversorgung ist wichtig (pH-Wert um 6).
Weidesystem anpassen
Klassische, intensive Kurzrasenweide durch „Gekoppelte Kurzrasenweide“ ersetzen: Höhe des Pflanzenbestandes 7-8 cm statt 6 cm und Zwischenkoppelung der Weidefläche (4-8 Koppeln für 2-3 Tage bestoßen, Ruhezeit 7-14 Tage).
Oder im Frühjahr mit Kurzrasenweide starten – im Sommer Koppelweidesystem – im Herbst wieder Kurzrasenweide.
Oder je nach Standort gleich auf Koppelweide umstellen, da Ruhezeiten für Wurzelbildung und Regeneration besser eingehalten werden.
Nicht die Maximierung der Nutzung sichert künftig die Erträge im Grünland, sondern ein vielfältiger, anpassungsfähiger Bestand.
Hinweis auf fachliche Information der Fachgruppe Grünland in der LK:
Grünland-Infoblitz monatlich per Mail, Anmeldung und Information:
E
T 03532/2168-5211
Kontakt
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DI Ernst Heuberger
BIO AUSTRIA Steiermark, Landwirtschaft
Vermittlungstätigkeit, Bio Ernte Steiermark GmbH -
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Ing. Martin Gosch
Bio Zentrum Steiermark, Landwirtschaft
Beratung, Grünland, Rinder, Schafe, Ziegen; Süd-, West-, Ost-Steiermark