Kälbertränke ohne viel Arbeitsaufwand

Foto: © BIO AUSTRIA
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Der dritte Preis des BIO AUSTRIA Bio-Fuchs Wettbewerbes 2011 ging nach Salzburg auf den Hof von Alois und Isabella Dick. Die einfache Umsetzbarkeit und die besondere Eignung für die Kälberfütterung in Gruppenhaltung hat die Jury überzeugt.

Das Tränken der Kälber nimmt in der Hauptabkalbezeit sehr viel Zeit in Anspruch. Am Stiegerhof im salzburgerischen Maishofen hat sich das mit der Umstellung auf ein Kälbertränkesystem „Marke Eigenbau“, rasch geändert. Jetzt trinken vier Kälber aus einem Kübel und die Kälberaufzucht ist um einiges leichter geworden.

„Die Idee dazu ist mir bei einer Betriebsbesichtigung in Neuseeland gekommen“, berichtet Herr Dick. „Dort trinken die Kälber die Milch aus großen Tränkekanistern mit vielen Saugern. Die Tränkestationen werden einfach auf die Koppel gefahren und dort abgestellt.“

Wieder zu Hause angekommen, hat sich der handwerklich geschickte Biobauer gleich ans Werk gemacht. In der Gruppenbucht wurden an der gangseitigen Wand vier Sauger ohne Rückschlagventil montiert. Von jedem Sauger führt ein Schlauch in den am Boden stehenden Milcheimer.

Ein Tränkeeimer – viele Vorteile

Am Stiegerhof werden die Kälber mit angesäuerter Milch gefüttert. Da der Eimer tiefer steht und der Sauger kein Rückschlagventil hat, müssen sich die Kälber schon ziemlich anstrengen, um an die Milch zu gelangen. Herr Dick hat beobachtet: „Seit die Kälber gezwungen sind, mehr zu saugen, haben wir überhaupt keine Probleme mehr mit dem gegenseitigen Besaugen. Gleichzeitig wird die Milch stärker eingespeichelt, dadurch haben wir auch keine Probleme mit Durchfall und dergleichen.“ Besonders überzeugt hat das Tränkesystem im Falle eines Stierkalbes. Das Tier wollte im Iglu partout nicht trinken. In der Gruppe wurde es durch die Gesellschaft der anderen Kälber so motiviert, dass es vom ersten Tag an mit den anderen mithalten konnte.

Neben den gesundheitlichen Vorteilen hat sich auch der Arbeitsaufwand stark reduziert. Früher wurden am Stiegerhof zu den „Stosszeiten“ viele Tränkeeimer befüllt, getragen und gewaschen. Heute hat sich der ganze Aufwand auf ein paar Eimer reduziert.

Wichtig ist, die Kälber bereits im Kälberiglu an den Sauger zu gewöhnen. Später in der Gruppe haben die Tiere dann keine Probleme mit dem Umgewöhnen. Außerdem sollten die Kälber einer Gruppe ungefähr gleich groß sein, damit Keines benachteiligt wird.

Die gesunden Kälber am Stiegerhof zeigen wieder einmal, dass die tägliche Arbeit und ein Impuls von außen die besten Lösungen hervorbringen können. Gesellt sich auch noch Kreativität und handwerkliches Geschick dazu, können Tiere und Bauernfamilie einen erheblichen Nutzen daraus ziehen.

DI Veronika Edler, BIO AUSTRIA