Lebensmittel der Woche: Bio-Pastinake

(c) Manuela Wilpernig

Allgemeines

Die Pastinake, auch der Pastinak genannt, gehört zur Familie der Doldenblütler. In ihrem Aussehen ähnelt sie der Petersilwurzel, geschmacklich erinnert sie an Karotten und Sellerie. Obwohl die Pastinake seit jeher ein wichtiges Grundnahrungsmittel war, geriet sie in den letzten 200 Jahre zunehmend in Vergessenheit. Erst seit einigen Jahren feiert das Wurzelgemüse ein richtiggehendes Comeback in den Küchen Europas.

Herkunft und Geschichte

Die Pastinake war schon sehr früh Bestandteil der menschlichen Ernährung. Im Römischen Reich wurde der Anbau der Pastinake sogar vorgeschrieben, was die große Bedeutung des Gemüses für die Römer belegt. Als die Pest im 14. Jahrhundert in Europa wütete, war eines der eingesetzten Heilmittel der Saft des Wurzelgemüses. Daher rührt auch der Name Pestnacke, mit dem die Pastinake in Verbindung gebracht wird. Bis zum 18. Jahrhundert war die Pastinake ein wichtiges Grundnahrungsmittel in Österreich und Deutschland, wurde aber allmählich von der Kartoffel verdrängt. In anderen Ländern, wie z.B. Großbritannien, Irland, Frankreich und Ungarn, hat hingegen die Beliebtheit der Pastinake, vor allem als Würzpflanze, bis heute angehalten. Eine Wildform findet sich in ganz Europa an Wiesen- und Wegrändern.

Konsum

Während die Pastinake in Österreich lange Zeit unbedeutend war, hat sie, nicht zuletzt aufgrund der Bemühungen in der biologischen Landwirtschaft, an Bedeutung in der Ernährung gewonnen. Von September bis April kann dieses Wurzelgemüse geerntet werden uns ist somit ein ideales Wintergemüse. Aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit, vor allem bei kühleren Temperaturen, ist sie auch länger als österreichische Lagerware erhältlich. Da die Pastinake mit Frost gut klarkommt, kann sie bis zum Verzehr auch im Boden belassen werden. Aufgrund dieser Eigenschaften ist sie eine tolle Ergänzung des Speiseplans in den kalten Monaten.

Bio-Besonderheiten

Der Anbau von Gemüse ist in der biologischen Landwirtschaft nur als Erdkultur zulässig. Demzufolge steht ein gesunder, fruchtbarer Boden im Bio-Gemüseanbau im Mittelpunkt aller Bewirtschaftungsmaßnahmen. Dieser ist durch hohe Humusgehalte, einen hohen Besatz an Bodenlebewesen sowie eine gute Krümelstruktur gekennzeichnet.
Die Schädlingsregulierung erfolgt neben mechanischen Methoden, wie z.B. Mulchfolien oder Vliese, auch durch die Förderung von Nützlingen. Durch den rigorosen Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel im Bio-Gemüseanbau steigt der Anteil an sekundären Pflanzenstoffen. Da in der Bio-Landwirtschaft auf Arten- und Sortenvielfalt gesetzt wird, werden standortangepasste Pflanzen und alte Sorten gefördert.

In der Verarbeitung

Ob in Suppen, gekocht und gedünstet als Beilage oder aber als Püree, die Pastinake ist ein vielfältiges Gemüse in der Küche. Selbst zu rohem Verzehr ist sie geeignet. Das Wurzelgemüse kommt auch immer wieder in der Babynahrung zum Einsatz, wo sie z.B. als Brei Kleinkinder mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Die Blätter der Pastinakenpflanze können zudem als Suppengrün verwendet werden.

Wussten Sie, dass

  • die sortenreiche Vielfalt auf Biobauernhöfe zum Comeback der Pastinake beigetragen hat?
  • der Anbau der Pastinake bereit im Römischen Reich vorgeschrieben wurde?
  • Biobäuerinnen und -bauern zur Unkraut- und Schädlingsregulierung mechanische Methoden und Nützlingsförderung einsetzen?

Bio-Facts

  • Bio Austria Betriebe müssen alle Betriebszweige biologisch bewirtschaften – eine Umstellung nur von Teilen des Betriebes ist verboten.
  • Im Sinne der Kreislaufwirtschaft werden auf BIO AUSTRIA Betrieben vorrangig Nährstoffe aus Ernterückständen und Gründüngungspflanzen genutzt.
  • Die Jungpflanzen werden sorgfältig ausgewählt: Nur gentechnikfreie, robuste und standortangepasste Pflanzen finden den Weg in die Bio-Böden.

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