Brot mit Hand und Herz gemacht

©Bezirksblätter Bgdl/Martin Wurgits

Doris Huber-Szendy ist Brotbäckerin aus Leidenschaft. Die Direktvermarktung von Brot ist zu einem wichtigen Standbein geworden.
Der Betrieb Huber-Szendy in Deutsch Tschantschendorf im Südburgenland wird seit 1996 biologisch bewirtschaftet. Auf 52 Hektar werden Getreide und Soja angebaut, zudem gehören ein kleiner Weingarten und eine kleine Waldfläche zum Hof. Dem Einstieg in die Direktvermarktung ging eine wirtschaftliche Überlegung voraus: „Entweder ich vermarkte unsere Produkte direkt ab Hof oder ich gehe arbeiten!“ Doris übernahm daraufhin vor fast fünfzehn Jahren die bereits bestehende Backstube – sie wurde modernisiert und ausgebaut – und stieg in die Direktvermarktung ein. Gebacken wurde schon immer am Hof, Doris Großmutter und Mutter bedienten vor allem die Nachfrage für Hochzeiten und Feierlichkeiten.

Verarbeitet wird vorwiegend das eigene Getreide: Weizen, Dinkel und Roggen. Weizen für Feingebäck wird auch zugekauft. Das Getreide wird gereinigt, die Feuchtigkeit gemessen und die Qualität bei der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung untersucht. Vermahlen wird das Getreide alle 14 Tage mit der hofeigenen Mühle, zusätzlich gibt es eine Trocknungsanlage.
Der Brotverkauf mit Bauernbrot, Vollkorngebäck und Baguette ist das wichtigste Standbein in der Direktvermarktung, dazu kommen noch Strudel, kleine Süßspeisen und saisonale Produkte wie zum Beispiel Faschingskrapfen oder Osterstriezel. Verkauft wird vor allem an Bauernläden und regionale Wiederverkäufer sowie im eigenen Hofladen. Die Biobäuerin konnte sich dadurch ihren eigenen Arbeitsplatz am Hof sichern.

Zum Produkt stehen

Die Qualität wird von den Kunden sehr geschätzt, vor allem bei den Jungen ist das Bewusstsein für gesunde Ernährung sehr groß. Ihre Rückmeldungen sind für Doris Huber-Szendy wertvoll, um sich weiter zu entwickeln und Neues auszuprobieren. Oft kommen die Impulse dazu von der Kundschaft. Beim Verkauf wird auch viel Information über den Bio-Landbau und zum Thema Brot mitgeliefert. „Wir wollten von Anfang an wissen, wo unser Produkt steht und haben jährlich bei Prämierungen teilgenommen“, erzählt Doris. Viele Auszeichnungen konnten dabei abgeholt werden.
Auf die Frage, was denn ihr Brot so außergewöhnlich macht, meint die Biobäuerin: „Na, dass es mit Hand und Herz gemacht ist! Und dass wir keine weiteren Zusatzstoffe außer Salz, Sauerteig und Hefe drinnen haben.“
Das Selbstbewusstsein für ihre Arbeit musste sich entwickeln, sie hat ein Jahr gebraucht, bis sie ganz hinter ihrem Produkt gestanden ist oder wie sie selber sagt: „Das mach ich und hinter dem stehe ich dann!“ Und das schmeckt man. Natürlich hat sie sich auch in Brotbackkursen weitergebildet, bei Müllern viel nachgefragt.

Herausfordernd für Doris sind die jährlich wechselnden Qualitäten des eigenen Getreides, vor allem wenn das neue Getreide in die Mühle kommt. Das verlangt einiges an Erfahrung und Fingerspitzengefühl. „Da muss ich mich sehr lange spielen, bis wirklich alles passt“, erzählt sie, aber das gehört zu den Herausforderungen ihres Handwerks. Denn jede Charge ist anders, wie sich das bei einem Naturprodukt gehört.

Autor:

David Jelinek, BIO AUSTRIA Burgenland