Der Teich – Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten

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Der Teich gehörte früher zur Ausstattung eines Hofes und wurde auf vielfältige Weise genutzt. Durch Intensivierung der Landwirtschaft oder im Zuge der Raumplanung sind diese Wasserstellen oftmals (bis auf wenige, ökologisch nicht sehr wertvolle Fischteiche) verschwunden.

Ein naturnah gestalteter Teich bietet einen wichtigen Lebensraum für viele einheimische Amphibien, Insekten und Wasser- bzw. Sumpfpflanzen. Auch viele der so genannten „Nützlinge“, die in der Biolandwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, sind auf den Lebensraum Naturteich angewiesen.

Das Programm „Naturaktives Oberösterreich“ des Landes Oberösterreich beinhaltet die Förderung der Verbesserung der Lebensräume unserer heimischen Flora und Fauna. Dazu gehört auch die Errichtung von Feuchtbiotopen und Amphibienlaichgewässern.

Sind noch Reste ehemaliger Teiche vorhanden, empfiehlt sich eine Renaturierung bzw. eine Reaktivierung. Bei der Neuanlage sind einige wichtige Standortfaktoren zu beachten: Der Teich soll in das Landschaftsgefüge passen, die Errichtung soll ohne künstliche Abdichtung (Folie) erfolgen und es darf kein bereits bestehendes Biotop (Primärbiotop) zerstört werden. Auch Fragen der Besonnung, der Beschattung und der möglichen Verunreinigungen z. B. durch Laubeintrag, müssen bedacht werden. Um das Gewässer sollte eine möglichst breite Pufferzone vorgesehen werden, die keiner Nutzung unterliegt und die den Teich von schädlichen äußeren Einflüssen abschirmt.
Auch intensiv genutzte Fischteiche oder Löschteiche, sofern sie nicht mit steilen, betonierten Ufern versehen sind, können als Naturteich umgestaltet werden. Mit einigen einfachen Maßnahmen können diese naturnah gestaltet werden: Entfernung des Fischbesatzes, teilweise Verflachung der Ufer, Bepflanzung (vor allem Unterwasserpflanzen zur Verbesserung der Sauerstoffverhältnisse), usw.

Bevorzugte Standorte

Mulden, ebene Flächen, ehemalige Teichstandorte, vorhandenes Grundwasser, Nachbarschaft zu ökologisch bedeutenden Strukturelementen wie Hecken, Waldrändern, usw. zur Schaffung eines Biotopverbundsystems.

Biotopverbund

Als Biotopverbundsystem bezeichnet man ökologisch wertvolle Strukturen, die maximal 200 Meter von einander entfernt sind (Hecken, Einzelbäume, Fließgewässer, Feuchtwiesen, Streuobstwiesen usw.). Zu beachten ist, dass keine trennenden Elemente wie Mauern oder Straßen die Wanderwege der Tiere unterbrechen.

Ungeeignete Standorte sind: Feuchtwiesen, Moore oder andere wertvolle Ökosysteme, weiters Grenzbereiche zu besonders intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen, die Nähe stark befahrener Straßen und zwischen Verkehrwegen.

Größe und Tiefe

Tümpel:
Bereits Tümpel mit der Größe von wenigen Quadratmetern und einer Tiefe von wenigen Zentimetern bis Dezimetern machen ökologisch Sinn, sofern sie dauerhaft vorhanden sind und nicht bereits nach wenigen Monaten wieder zugeschüttet werden. Wasserspiegelschwankungen sind nicht bedenklich.

Teich:
Mindestgröße etwa 10 – 20 m2, Ausbildung einer sanften Uferzone mit ökologisch bedeutsamen Flachwasserzonen, zumindest eine Tiefenzone mit mindesten 1m (friert im Winter nicht gänzlich zu und bietet so eine Rückzugsmöglichkeit).

Bepflanzung

Für die Bepflanzung sind ausschließlich einheimische und standortgerechte Pflanzen zu wählen. Es ist auch möglich, auf eine Bepflanzung zu verzichten wenn in der Nähe bereits Gewässer vorhanden sind und die Selbstansiedelung durch Wind oder Tiere zu erwarten ist.
Für die Bepflanzung sollen keinesfalls Wildpflanzen aus natürlichen Standorten entfernt werden sondern auf Fachhandel oder Tausch mit anderen Teichbesitzern zurückgegriffen werden.
Es sollen alle Teichzonen berücksichtigt werden: Ufer- und Sumpfpflanzen, Unterwasserpflanzen und Schwimmblattpflanzen. Besonders den Unterwasserpflanzen kommt eine große Bedeutung als Wasserreiniger zu. Stark wuchernde Pflanzen wie Schilf oder Teichrosen sollten nur beschränkt verwendet und wenn möglich mit Pflanzkorb gepflanzt werden.

Tierbesatz

Der künstliche Besatz mit Tieren oder Laich ist nicht zulässig. Wenn das Gewässer geeignete Voraussetzungen erfüllt, siedeln sich diverse Tierarten von selbst an. Fische und Wasservögel stören zumeist das ökologische Gleichgewicht in Teichen – keine Fütterung vornehmen!

Weitere Informationen zur Anlage von Laichgewässern und Fördermöglichkeiten sowie Listen mit einheimischen Wasserpflanzen sind erhältlich bei:

Kontakt:

  • Waltraud Müller

    Bio Austria OÖ, Landwirtschaft
    Naturschutzberatung
    • waltraud.mueller@bio-austria.at
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