Umstellung auf Bio-Ackerbau

Im Bio-Ackerbau werden Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Zwischenfruchtanbau, Beikrautregulierung so aufeinander abgestimmt, dass ein direkter Einsatz von rasch wirkenden Düngern und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln nicht notwendig ist. Wesentliche Maßnahmen in der biologischen Bewirtschaftung sind eine ausgewogene Fruchtfolge und der Anbau von Leguminosen und Zwischenfrüchten.

Fruchtfolge richtig planen

Eine richtig geplante Fruchtfolge ist ein Schlüssel zum Erfolg im Bio-Ackerbau. Basis einer Bio-Fruchtfolge ist der Anbau von winterharten Leguminosen wie verschiedene Kleearten, Luzerne, Winterwicke, Esparsette etc. Die Leguminosen sorgen durch Bindung von Luftstickstoff für die Stickstoffversorgung der nachfolgenden Kulturen. Zusätzlich leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Humusaufbau und zur Unterdrückung von Wurzelunkräutern. Der Leguminosenanteil soll aber nicht höher als 25 % sein, da es sonst zu Problemen mit Krankheiten und Schädlingen kommt. Aus dem gleichen Grund soll der Getreideanteil maximal 60 % und der Hackfruchtanteil maximal 30 % betragen.

Abwechslung ist wichtig

Ein weiterer Grundsatz bei der Fruchtfolgeplanung ist, für einen Wechsel zwischen Stickstoffmehrern und Stickstoffzehrern, zwischen Blatt- und Halmfrüchten, zwischen Winterungen und Sommerungen, zwischen beikrautunterdrückenden und beikrautempfindlichen Kulturen sowie wurzelarmen und wurzelreichen Arten zu sorgen. Das hilft auch vorbeugend den Beikrautdruck niedrig zu halten, da es Problembeikräuter schwerer haben.

Vielfältige Zwischenfrüchte

Der Anbau von Zwischen- oder Gründüngungskulturen hilft, den Boden bedeckt zu halten und dem Bodenleben zusätzliche Nahrung für den Aufbau von Humus zur Verfügung zu stellen. Außerdem können Schadorganismen wie zum Beispiel Nematoden reduziert, Bestäuberinsekten wie Schwebfliegen, Wildbienen, etc. und räuberisch oder parasitierend lebende Organismen wie Florfliegen, Marienkäfer, Schlupfwespen, etc. gefördert werden.
Mit Zwischenfrüchten können weiters gezielt Beikräuter unterdrückt werden. Voraussetzung dafür ist ein artenreicher, lückenloser und wüchsiger Bestand.

Beim Anbau von Zwischenfrüchten sind folgende Punkte zu beachten:

  • Kulturen vermeiden, die als Hauptkultur angebaut werden,
  • verschiedene Kulturen auswählen,
  • vorausschauend und flexibel auf auftretende Beikräuter reagieren,
  • Mischungen gegenüber Reinsaaten bevorzugen.

Die Anlage erfolgt je nach Bestandsdichte der Hauptkultur. Bei lückigem, schütterem Bestand wird die Zwischenfrucht eventuell schon als Untersaat etabliert. So gewinnt der Bio-Bauer Zeit und hat eine Konkurrenz zu auflaufenden Beikräutern geschaffen.
Normalerweise erfolgt die Anlage nach der Ernte der Hauptkultur. Dabei ist auf gute Keimbedingungen zu achten. Das heißt, kleinkörnige Samen dürfen nicht zu tief und großkörnige nicht zu seicht abgelegt werden.

Nährstoffmanagement

© BIO AUSTRIA/Danner

Die Gründer des biologischen Landbaus zeigten die Zusammenhänge zwischen Bodenleben, Düngung und Lebensmittelqualität auf.
Justus von Liebig stellte in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Forderung auf, dem Boden die Nährstoffe wieder zuzuführen, die durch das Pflanzenwachstum entzogen wurden. Später hat er diese Theorie verworfen und eine vollwertige organische Düngung des Bodens als Nährstoffquelle für die Pflanzen gefordert.

Die Pflanzen werden in der biologischen Landwirtschaft nicht direkt gedüngt, sondern über das Bodenleben indirekt vom Humus ernährt. Ein humusreicher Boden und ein aktives, vielfältiges Bodenleben sind dabei Voraussetzung.

Den Boden mit Energie versorgen

Düngen soll die Bodenfruchtbarkeit fördern. Basis für die Nährstoffversorgung der Pflanze ist das Bodenleben und dessen Umsetzungsprodukte. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft werden vorrangig Nährstoffe aus Ernterückständen und Gründüngungspflanzen genutzt. Zusätzlich kommen am Veredelungsbetrieb eigene beziehungsweise bei Betriebs-Kooperationen auch fremde Wirtschaftsdünger zum Einsatz.

Düngen im Bio-Landbau

Düngen im biologischen Landbau heißt das Bodenleben zu füttern und den Boden mit Energie zu versorgen.

Wirtschaftseigene und zugekaufte organische Düngemittel werden so aufbereitet, dass sie das Bodenleben fördern. Dadurch wird Fäulnis vermieden und ein Rotteprozess gefördert. So kann der Humusgehalt erhalten beziehungsweise. erhöht werden. Unaufbereiteter Stapelmist, unvergorene Gülle und unbelüftete Jauche kann Fäulnis in den Boden bringen.
Fäulnis muss unter allen Umständen vermieden, Rotte und Gärprozesse hingegen müssen mit allen Mitteln gefördert werden.
Beratungsblatt Aufbereiten von Wirtschaftsdünger
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Die Nährstoffmobilisierung wird gefördert durch:

  • mehrjährigen Feldfutterbau (Kleegras, Luzerne): tiefgehendes Wurzelsystem und höchste Wurzelmassen bewirken eine äußerst effiziente Form der Nährstoffmobilisierung
  • Anbau von Mischkulturen, Untersaaten: sehr gute Durchwurzelung aufgrund unterschiedlicher Wurzelsysteme
  • Anbau von Kulturen mit ausgeprägten und tiefgehendem Wurzelsystem z.B. Wicken, Hafer, Roggen, Platterbse, Esparsette, Phacelia, Ringelblume
  • Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten mit dem Ziel einer möglichst ganzjährigen Durchwurzelung des Bodens
  • Bodenlockerung/Bodenbearbeitung: Verbesserung der Durchwurzelbarkeit, Anregung der Mineralisation durch das Bodenleben durch Sauerstoffzufuhr
  • Humusaufbau und Förderung des Bodenlebens
  • ph-Wert im schwach-sauren bis neutralen Bereich

Wirtschaftsdünger

Der Boden beziehungsweise die Organismen im Boden sind bei ausreichender Feuchtigkeit und Temperatur am aktivsten. Sie können Dünger nur im obersten Krumenbereich verarbeiten. Mit einer Düngung vor dem Anbau werden die Nährstoffe gut in den Bodenkreislauf eingebracht. Bei einigen Kulturen kann es jedoch auch im Bio-Landbau von Vorteil sein, den Nährstoffbedarf und den Ausbringungszeitpunkt der Wirtschaftsdünger eng aufeinander abzustimmen. So kann etwa der Stickstoffbedarf von Wintergetreide oder Spezialkulturen am ehesten mit Gülle gedeckt werden. Ist die Gülle zudem für das Bodenleben gut verträglich, wird dieses durch den Nährstoffschub und das beginnende Wurzelwachstum zusätzlich aktiviert.

Das Aufbereiten von Wirtschaftsdüngern und Komposten ist im Bio-Landbau selbstverständlich. Ziel ist es, die eingesetzten Dünger für das Bodenleben verträglicher zu machen. Mit Verdünnen und dem Einbringen von Luft und Kohlenstoff wird darauf geachtet, den organisch gebundenen Gehalt an Nährstoffen zu erhöhen und den leicht löslichen Anteil zu senken.

zum Beitrag Wirtschaftsdünger aufbereiten

Regelung für betriebsfremde Dünger

Da organische Stickstoffdünger von Bio-Betrieben oder aus der Bio-Verarbeitung kaum verfügbar sind, ist unter bestimmten Voraussetzungen auch der Einsatz von konventionellen organischen Düngern möglich. Einschränkungen gibt es sowohl bei den maximal erlaubten Stickstoffzugangsmengen als auch bei den erlaubten Düngemitteln. Wesentliche Maßnahmen in der biologischen Bewirtschaftung, wie eine ausgewogene Fruchtfolge, der Anbau von Leguminosen und Zwischenfrüchten dürfen jedoch nicht vernachlässigt werden und sind daher Voraussetzung für die Genehmigung von Düngerzugängen auf BIO AUSTRIA Betrieben.

Regelungen für den Düngerzugang

Bodenbearbeitung

Ziel Bodengare erhalten

Ein gesunder Boden ist das zentrale Anliegen im biologischen Landbau. Man spricht von einem gesunden oder garen Boden, wenn die einzelnen Bodenbestandteile wie mineralische Teile, Hohlräume und organische Bestandteile von Mikroorganismen und Wurzelresten zu einem Krümel zusammengefügt werden. Die Bodenbewirtschaftung im biologischen Landbau zielt daher darauf ab, die Bodengare zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Fehler in der Fruchtfolge aber auch in der Bodenbearbeitung können im biologischen Landbau nicht durch eine ausgleichende Düngung mit Stickstoffdüngern beziehungsweise dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln behoben werden.

Geräte zur Bodenbearbeitung

Die Auswahl an Geräten für die Bodenbearbeitung ist groß. Vor jedem Arbeitsgang ist es wichtig, sich zu überlegen, welches Ziel mit einer Bearbeitung erreicht werden soll.

Abgestimmt auf die Fruchtfolge gibt es bevorzugte Jahreszeiten, um mit der Bodenbearbeitung entscheidend zur Reduktion der Beikräuter und zum Auflaufen der Ausfallskulturen beizutragen. Bei hohen Getreideanteilen ist es der Sommer, wo sowohl Ausfallgetreide als auch Beikrautsamen durch einen seichten Stoppelsturz zum Keimen gebracht und anschließend beim Aussäen der Gründüngung wieder vernichtet werden. Aber auch Wurzelunkräuter können im Sommer bei trockener Witterung durch mehrmaliges Durchschneiden in verschiedenen Tiefen oder Austrocknen lassen an der Oberfläche nachhaltig geschwächt werden. Verdichtungen sollen nur bei trockenen Bedingungen mit tiefgreifenden Geräten aufgebrochen werden. Zusätzlich ist dann eine Einsaat rasch wurzelnder Kulturen für eine Lebendverbauung des Bodens unabdingbar, da sonst die Schwerkraft den Lockerungseffekt wieder zunichte macht.

Geräte für die Grundbodenbearbeitung

Die Grundbodenbearbeitung soll als eine nicht wendende Lockerung der Mittelkrume erfolgen. Die natürliche Schichtung des Bodens soll erhalten bleiben.
Der Bereich der Mittelkrume, das heißt der Bereich zwischen 10 bis 30 cm ist für die Pflanzenernährung sehr wichtig. Hier werden die meisten Nährstoffe von der Pflanze aufgenommen. Meist ist aber genau dieser Bereich verdichtet, daher muss bei Beginn der Umstellung die Mittelkrume gelockert werden. Sie schafft Platz für Luft, Wasser und Wurzeln.

Die meisten Pflüge erfüllen die Anforderung einer nicht wendenden Lockerung der Mittelkrume aus mehreren Gründen nicht.
Das Traktorrad, das auf der Pflugfurche fährt, verdichtet den Boden.
Die Erdbalken können durch die Fliehkräfte beim Drehen nicht genügend gelockert werden.
Das tiefe Pflügen zerstört die natürliche Schichtung des Bodenlebens. In den verschiedenen Bodenschichten leben Organismen, die an diese Bodentiefe angepasst sind. Die Organismen können nach dem Wenden ihre speziellen Aufgaben nicht mehr erfüllen.

  • Wühlpflug: Pflug, bei dem die Streichbleche abgeschraubt werden, der Boden wird nicht mehr gewendet, er wird optimal gelockert.
  • Schichtengrubber: Dieser hat Flügelschare, der Boden kann in größerer Arbeitsbreite gelockert werden
  • Rotorgrubber: Kombination aus Tiefenlockerung (Schichtengrubber) und Saatbettbereitung mit einem Rotorgerät (Zinkenrotor, Kreiselegge)
  • 2-Schichtenpflug: Er lockert krumentief und wendet nur den Oberboden.

Geräte für die Oberbodenbearbeitung

Die Oberbodenbearbeitung, das heißt die Bearbeitung des Bodens bis maximal 15 cm Tiefe zur Stoppelbearbeitung und Saatbettbereitung, wird auch im biologischen Landbau mit den üblichen Geräten durchgeführt. Hier steht die Schonung der Krümelgare im Vordergrund. Dabei gilt der Grundsatz, dass gezogene Geräte bodenschonender als Zapfwellengeräte sind, weil damit der Boden an seinen natürlichen Risslinien auseinanderbricht.
Zapfwellengeräte sollten immer mit niedriger Drehzahl gefahren und auf Stützrädern abgestützt werden, damit kein Bearbeitungshorizont entsteht.

Beikrautregulierung

© BLE, Bonn/Thomas Stephan

Im biologischen Landbau werden keine unkrautfreien Bestände angestrebt. Ziel der Regulierungsmaßnahmen ist es, die Unkräuter so unter Kontrolle zu halten, dass sie die Produktion möglichst wenig beeinflussen. Pflege- und Erntemaßnahmen sollen möglichst wenig gestört werden. Deswegen spricht man von Beikrautregulierung statt von Unkrautbekämpfung oder -vernichtung. Treten in Pflanzenbeständen jedoch vermehrt bestimmte Unkräuter auf, so ist dies meist eine Folge pflanzenbaulicher Maßnahmen.

Beikräutern vorbeugen

Einsteiger in den Bio-Landbau haben oft große Angst vor einem erhöhten Beikrautdruck, wenn sie auf Herbizide verzichten müssen. Nach kurzer Zeit machen sie jedoch die Erfahrung, dass mit dem Verzicht auf Handelsdünger viele stickstoffliebende Beikräuter wie zum Beispiel das Klettenlabkraut oder die Taubnessel von selbst verschwinden. Stattdessen machen Wurzelbeikräuter wie die Ackerkratzdistel mitunter Probleme im Bio-Ackerbau. Hier gilt es, die Ursachen wie z.B. Nährstoffverlagerung in tiefere Bodenschichten gut zu ergründen und gemeinsam mit der Beratung an Lösungen zu arbeiten. Dies kann beispielsweise durch konkurrenzstarke Kulturen, Vermeidung von Bodenverdichtungen oder mehrjähringen Futteranbau erfolgreich reguliert werden.

Schäden durch Beikräuter

  • Konkurrenz zu Kulturpflanzen um Wasser, Nährstoffe oder Raum
  • Bodenbearbeitung, Pflege und Ernte sind beeinträchtigt
  • Zwischenwirt für Pflanzenkrankheiten
  • günstigeres Mikroklima für Pflanzenkrankheiten
  • Aberkennung von Saatgut

Positive Eigenschaften von Beikräutern

  • Bodenbedeckung und Erosionsschutz
  • verbesserte Bodenstruktur durch Lebendverbauung und Schattengare
  • Aufschluss von Nährstoffen und Bindung von Nährstoffüberschüssen
  • Nahrung für Mikroorganismen nach dem Absterben
  • Zeigerpflanzen für Bodeneigenschaften
  • Lebensraum und Nahrung für Nützlinge

Vorbeugende Beikrautregulierung

Beikräuter sind in ihren Keimzeiten, ihrem Wachstumsrhythmus und ihrer Vermehrung bestimmten Kulturpflanzen angepasst.
Das Einhalten einer vielseitigen Fruchtfolge ist daher die beste vorbeugende Regulierungsmaßnahme. Vielseitige Fruchtfolgen bringen auch eine vielseitige Artenzusammensetzung bei den Unkräutern. Diese Bestände lassen sich problemloser mechanisch regulieren.
Vor allem der Feldfutterbau/Grünbracheanbau mit Klee, Kleegras und Luzerne ist ein wirkungsvolles Fruchtfolgeglied im biologischen Landbau.
Der Zwischenfruchtanbau trägt vor allem durch die Bodenbearbeitung bei rechtzeitiger Aussaat und günstigen Witterungsbedingungen durch Beschattung und Schnitt zur Unkrautreduzierung bei. Vom Mähdrescher verteilte Unkrautsamen werden zum Keimen angeregt, die Pflanzen können sich aber gegen schnell wachsende Zwischenfrüchte nicht durchsetzen.
Untersaaten sind zur Unkrautunterdrückung nicht geeignet. Dichte Getreidebestände beeinträchtigen die Entwicklung der Untersaaten und führen zu lückigen Beständen, in denen sich die Quecke gut vermehren kann.
Die richtige Bodenbearbeitung ist als vorbeugende Maßnahme sehr wichtig. Strukturschäden und Verdichtungen im Boden schwächen die Kulturpflanzen und fördern einzelne angepasste Unkräuter wie Distel, Quecke oder Windhalm. In lockeren, garen und humusreichen Böden entwickeln sich die Kulturpflanzen zügiger, Unkräuter werden zurückgedrängt.

Folgende Bodenbearbeitungsverfahren haben sich in der vorbeugenden Unkrautregulierung bewährt

Die Stoppelbearbeitung trägt zur Reduktion von Wurzelunkräutern bei.
Nach der Stoppelbearbeitung Unkräuter und Ausfallsamen keimen lassen, erneut bearbeiten und nochmals keimen lassen eventuell wiederholen (Unkrautkur).
Bei starkem Unkrautdruck kann auf eine wendende Bodenbearbeitung mit dem Pflug nicht verzichtet werden, die Bearbeitungstiefe ist auf die vorhandenen Unkräuter und die Bodenart abzustimmen.
Im Frühjahr ist ein oberflächliches Vorarbeiten mit der Egge oder Schleppe vor der Saat sinnvoll, um die erste Unkrautgeneration zum Keimen zu bringen.

Direkte Beikrautregulierung

Nach der Saat der Kulturpflanzen können Beikräuter mit Hilfe von mechanischen und thermischen Regulierungsmaßnahmen zurückgedrängt werden, wenn die Kulturpflanzen einen Wachstumsvorsprung haben.
Im Getreide werden vor allem Striegel, in Hackkulturen Hacken und Bürsten, in Kulturen mit langsamer Jugendentwicklung z.B. Gemüse Abflammgeräte eingesetzt.

Ist Handarbeit notwendig?

Mit vorbeugenden Maßnahmen wie einer ausgewogenen Fruchtfolge, dem Anbau von Futterleguminosen sowie dichten Kulturpflanzenbeständen werden die Beikräuter von vornherein in Schach gehalten. Was dann noch bleibt, kann mechanisch durch Striegeln und Hacken beseitigt werden, im Gemüsebau auch mit der Abflammtechnik. Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass bei Hackfrüchten wie Ölkürbis oder Zuckerrübe auch eine händische Beikrautregulierung notwendig ist.

Rechnet sich der Bio-Ackerbau?

Die Hektarerträge sinken nach der Umstellung auf den Bio-Landbau, bei Wintergetreide beispielsweise um rund ein Drittel. Niedrigere Betriebsmittelkosten und höhere Förderungen bewirken, dass sich die Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise für Ackerbauern rechnet.

In der zweijährigen Umstellungszeit können Futtergetreide wie Gerste, Triticale oder Weizen und Futterleguminosen wie Erbse, Ackerbohne oder Sojabohne zu Bio-Preisen vermarktet werden. Speisefrüchte wie Mahlweizen, Mahlroggen, Kartoffeln oder Sonnenblumen können erst nach Ende der Umstellungszeit von anerkannten Bio-Flächen zu Bio-Preisen vermarktet werden.

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise ist nicht der Deckungsbeitrag einzelner Kulturen, sondern der Gesamtdeckungsbeitrag der Fruchtfolge.

Bio-Getreide, das nicht für Direktvermarktung und Eigenverwertung benötigt wird, vermarkten Firmen wie Bio Getreide Austria, Bioprodukte Pinczker, EZG Biogetreide OÖ, Mauthner Bio, Saatbau Erntegut, vitakorn, etc.
Diese Aufkäufer haben ein Netz an Übernahme- und Lagerstellen in den Ackerbauregionen Österreichs aufgebaut. Sie bevorzugen Bio-Getreide, das nach dem BIO AUSTRIA Standard produziert wurde. Dieser Standard geht in vielen Punkten über die Vorgaben der EU-Bio-Verordnung hinaus, er erleichtert die Vermarktung, insbesondere den Export in die Schweiz und nach Deutschland.

Interessiert?

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