Wenn das Futter knapp wird und Ackerkulturen verdorren: Diese Möglichkeiten haben Bio-Betriebe jetzt
BIO AUSTRIA lockert vorübergehend die Futtermittelvorschriften
Um die von Futtermittelknappheit betroffenen Betriebe in dieser Situation zu unterstützen, lockert auch BIO AUSTRIA befristet bis 31. Mai 2027 die Futtermittelvorschriften
Oberste Priorität hat weiterhin die Versorgung der BIO AUSTRIA Tiere mit Bio-Futtermitteln sowie die Existenzsicherung von Betrieben. Gleichzeitig soll die Verfügbarkeit von heimischem Bio-Futter bestmöglich genutzt und die Wertschöpfung der österreichischen Bio-Betriebe gestärkt werden.
BIO AUSTRIA setzt bei der Futterversorgung daher auf folgenden Stufenplan:
1. Inländisches Bio-Grundfutter einschließlich Bio-Maissilage hat absoluten Vorrang. Der BIO AUSTRIA Landesverband unterstützt durch Vermittlung von Bio-Futter.
2. Bio-Grundfutter aus Nachbarländern kann bei Bedarf eingesetzt werden.
Dafür ist derzeit kein Import- bzw. Zulassungsantrag erforderlich.
3. Anpassung des Bio-Kraftfutteranteils: Der in der BIO AUSTRIA Rinderfütterung zulässige Anteil an Bio-Kraftfutter an der Gesamtjahres-Trockenmasseaufnahme wird zeitlich befristet von maximal 15 % auf maximal 20 % erhöht. Damit werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, Versorgungslücken innerhalb der Bio-Fütterung abzufedern.
Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und kein ausreichendes Bio-Grundfutter verfügbar ist, kann im Rahmen einer von der Landesbehörde ausgesprochenen Ausnahmeregelung
4. Konventionelles Grundfutter zugekauft werden. Dies stellt jedoch die letzte Möglichkeit dar, wenn die verfügbaren Bio-Alternativen ausgeschöpft sind.
Falls die zuständige Landesbehörde eine Freigabe für den Einsatz von konventionellem Grundfutter erteilt, ist keine zusätzliche einzelbetriebliche Genehmigung durch BIO AUSTRIA erforderlich.
Wichtig! Die Auflagen der Behörden können sich je nach Bundesland unterscheiden. Beachten Sie daher unbedingt die Information der jeweiligen Landesbehörde.
Bei Fragen melden Sie sich bei Ihrem BIO AUSTRIA Landesverband.
Im Falle einer möglichen befristeten behördlichen Ausnahmeregelung sind bei BIO AUSTRIA folgende konventionelle Grundfuttermittel zulässig:
- Heu, Gras und Grassilage von Dauergrünland
- Feldfutter und Futterleguminosen einschließlich Begrünungen und Zwischenfrüchten
- Ackerkulturen, bei denen die gesamte Pflanze geerntet wird, einschließlich Maissilage
- Beweidung konventioneller Flächen (Weidetage und Anzahl der Tiere sind zu dokumentieren)
- Futterstroh
Der Einsatz von Grundfutter konventioneller Herkunft ist dabei auf maximal 30 % des Jahresbedarfs, berechnet auf Basis der Trockenmasse, begrenzt.
Behörden reagieren
Die Behörden der verschiedenen Bundesländern reagieren, indem die strengen Bio-Vorgaben im Bereich der Futtermittel gelockert werden.
Die Auflagen der Behörden können sich je nach Bundesland unterscheiden. Beachten Sie unbedingt die Information der Behörden bzw. von Ihrem BIO AUSTRIA Landesverband (siehe nachstehend)!
Weiterlesen: OÖ: Aufgrund akuter Trockenheit Zukauf von nichtbiologischem Futter mit VIS-Meldung möglich.
Weiterlesen: NÖ: Trockenheitsbedingter Grundfuttermangel: Behördliche Ausnahmegenehmigung für Bio-Betriebe in Niederösterreich
Weiterlesen: Steiermark: Massive Dürreschäden in der Steiermark – wir suchen Grundfutter
Weiterlesen: Vorarlberg: Aufgrund akuter Trockenheit – Zukauf nichtbiologisches Grundfutter mit Antragstellung möglich
Weiterlesen: Kärnten: Freigabe für den konv. Grundfutterzukauf für Bio-Betriebe
Weiterlesen: Tirol: Wenn das Futter knapp wird – Diese Ausnahmeregelung gilt jetzt
Kontaktieren Sie Ihre Vermarktungspartner
Aufgrund dieser Ausnahmesituation nehmen auch Vermarktungspartner (Ja!Natürlich, Zurück zum Ursprung) zeitlich befristete Anpassungen vor, die bereits an die betreffenden Betriebe kommuniziert werden.

Erleichterungen bei ÖPUL-Maßnahmen für Ackerbaubetriebe
Auch die AMA hat am 5.8. aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit Erleichterungen bei ÖPUL-Maßnahmen (Ernteverpflichtung auf Ackerflächen und flächendeckende Begrünung) veröffentlicht.
Ihre Möglichkeiten Bio-Grundfutter zu sichern
Patentlösungen für die eigene Situation gibt es leider keine.
Je nach Betrieb, Region und Witterungsverlauf sind unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll.
Fest steht aber: Wer die Situation jetzt realistisch einschätzt und frühzeitig handelt, verschafft sich deutlich mehr Handlungsspielraum als jene, die erst im Herbst auf Futtermittelsuche gehen müssen.
Wo kann noch zusätzliches Grundfutter erzeugt werden? Welche Flächen eignen sich für Zwischenfrüchte oder Nachsaaten? Und wo kann rechtzeitig Unterstützung organisiert werden?
Damit Sie schnell die passenden Informationen finden, haben wir die wichtigsten Beiträge und Unterstützungsangebote hier für Sie zusammengefasst:
Anbieter Bio-Grundfutter
Liste Anbieter Bio-Grundfutter
Futtervermittlung in den Bundesländern
Nicht alle Regionen sind gleich stark von der Trockenheit betroffen. Während manche Betriebe dringend Grundfutter suchen, verfügen andere noch über Reserven oder können Futterflächen zur Verfügung stellen. Genau hier setzt die BIO AUSTRIA Futtervermittlung an.
Wenn Sie Bio-Heu, Silage oder anderes Grundfutter suchen oder anbieten können, melden Sie sich bei BIO AUSTRIA. Jede erfolgreiche Vermittlung hilft mit, Tiere weiterhin mit hochwertigem Bio-Futter zu versorgen und betroffene Betriebe zu entlasten.
Weiterlesen: Futtervermittlung NÖ – wir suchen Grundfutter!
Weiterlesen: Futterknappheit OÖ – Bio-Grundfutter dringend gesucht!
Weiterlesen: Massive Dürreschäden in der Steiermark – wir suchen Bio-Grundfutter!
Bei der Suche nach Futtermitteln sind die Berater:innen in den BIO AUSTRIA Landesverbänden gerne behilflich.
Zusätzliches Grundfutter vom Acker holen
Wenn Ackerflächen verfügbar sind, können Futterzwischenfrüchte einen wichtigen Beitrag zur Grundfutterversorgung leisten. Mit der passenden Mischung und einem rechtzeitigen Anbau lässt sich oft noch wertvolles Futter für den Herbst oder Winter gewinnen. Welche Kulturen geeignet sind, worauf bei der Artenwahl zu achten ist und welche Bestände sich besonders gut eignen, erfahren Sie in unserem Fachartikel.
Weiterlesen: Futterzwischenfrüchte – Weichen stellen, Grundfutter absichern
Zusammenarbeit zwischen Marktfrucht- und Veredelungsbetrieben nutzen
Gerade in Jahren mit knappen Futterreserven kann die Zusammenarbeit zwischen Marktfrucht- und Veredelungsbetrieben einen wichtigen Beitrag leisten. Manche Kulturen oder Zwischenfrüchte eignen sich als kurzfristige Grundfutterquelle und können dort eingesetzt werden, wo sie dringend benötigt werden.
BIO AUSTRIA ruft deshalb dazu auf, vorhandene Möglichkeiten gemeinsam zu nutzen und den Austausch zwischen Betrieben zu fördern.
Weiterlesen: Bio-Acker als kurzfristige Grundfutterquelle – Aufruf zur Solidarität zwischen Marktfrucht- und Veredelungsbetrieben
Trockenheitsschäden im Grünland jetzt richtig beurteilen
Nicht jede lückige Wiese muss sofort umgebrochen werden – oft reicht eine gezielte Nachsaat, um den Bestand wieder zu stabilisieren. Entscheidend ist jedoch, die Schäden richtig einzuschätzen und den passenden Zeitpunkt für die Nachsaat zu wählen. Der Herbst bietet dafür häufig gute Bedingungen.
Unser Beitrag zeigt, wie Sie den Zustand Ihrer Flächen beurteilen, wann eine Nachsaat sinnvoll ist und welche Mischungen sich für Bio-Grünland eignen.
Weiterlesen: Grünlandnachsaaten nach Trockenheit
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Futterversorgung zu planen
Auch wenn sich noch nicht genau abschätzen lässt, wie sich die Vegetation in den kommenden Wochen entwickelt, lohnt sich jetzt ein genauer Blick auf die betriebseigenen Futterreserven.